Das neue Wahrzeichen von Plauern

Plauen - Eine Idee wird Wirklichkeit. Die Initiatoren des Plauener Wende-Denkmals sind nach fast zwei Jahren Arbeit an ihrem Ziel angekommen.

 

Das aus Spendengeldern erschaffene Monument für den Beginn der Friedlichen Revolution in Plauen ist eingeweiht. Eine ereignisreiche und spannende Zeit erreicht damit ihren Höhepunkt.

 

Plauen setzt sich in der Innenstadt selbst ein Denkmal. Es soll fortan an die entscheidende Rolle der Plauener Bevölkerung erinnern, die mit ihrem entschlossenen Handeln am 7. Oktober 1989 den Weg für die Friedlichen Revolution ebneten. Es war die erste Großdemonstration auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, vor der die Staatsmacht einknickte. Rund 20 000 Menschen beteiligten sich an diesem regnerischen Tag an der Demo und zogen durch die Stadt. Plauen nimmt damit eine Vorreiterrolle bei den Massenkundgebungen ein, die zum Fall der Mauer führten.

Auftakt der Revolution

Für Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist Plauen eine Revolutions-Stadt. Der Schirmherr des Wende-Denkmals wird darüber heute auch im Plauener Malzhaus, die damalige Keimzelle der Bewegung, auf einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Plauen - Der Aufbruch zum bewegten Protest" sprechen. "Jedem ist klar: Der Plauener Auftakt zur Friedlichen Revolution wäre ohne das Malzhaus undenkbar", sagte der Minister vorab dem Vogtland-Anzeiger. Die Kultureinrichtung ist ein Ort der Freiheit, so Tillich: "Im Malzhaus passierte und passiert etwas, das für eine demokratische Gesellschaft unverzichtbar ist: Hier wurde und wird die Demokratie als Gesinnung, als Haltung und Lebensform praktiziert."

 20 Jahre nach dem Beginn der Friedlichen Revolution bekommen die Plauener nun ein bleibendes Denkmal für ihre mutige Tat. Die vier regionalen Service-Clubs Kiwanis, Lions, Rotary und Soroptimist bildeten vor rund zwei Jahren eine Projektgruppe für die Errichtung des Monumentes. Sicher auch aus Protest. "Die Idee kam aus der Bürgerschaft. Die Bürger waren enttäuscht, dass in Berlin und Leipzig Denkmäler gebaut werden sollen aus Steuergeldern. Das war natürlich für die Plauener, für die zänkischen Vogtländer schon was", sagt Projektleiter Peter Luban.

Plauener Vorreiter

Während sich die Verantwortlichen in den anderen Städten über ein Denkmal noch uneinig sind, wird in Plauen heute das Wende-Denkmal, das überwiegend aus Spendengeldern gebaut wurde, bereits eingeweiht. Erneut sind die Vogtländer damit, genauso wie bereits im Herbst 1989, den anderen Städten einen Schritt voraus. Darauf können die Plauener stolz sein.

So richtig Fahrt nahm das Vorhaben nach einem Kolloquium am 25. April 2009 in Plauen auf. Hier wurden die grundlegenden Schritte für die Errichtung des Denkmals getroffen. An der Ausschreibung für die künstlerische Gestaltung beteiligten sich neun vogtländische Künstler mit insgesamt 14 sehr unterschiedlichen Entwürfen. Die Präsentation der Modelle im Plauener Rathaus fand so großen Zuspruch, dass die Ausstellung verlängert werden musste.

 

Die Bevölkerung war aufgerufen, über die Arbeiten abzustimmen. Die Initiatoren werteten insgesamt 2849 abgegebene Stimmzettel aus. Der Entwurf Nummer sieben vom vogtländischen Künstler Peter Luban aus Rößnitz machte mit deutlicher Mehrheit das Rennen. Für Luban war die Teilnahme selbstverständlich. Er war bei der ersten Großdemo selbst dabei. Für ihn ist die Kerze das verbindene Symbol mit den damaligen Ereignissen. Unzählige Arbeitsstunden investierte der Rößnitzer in sein bisher größtes und herausragendstes Projekt. Fast ein Jahr haben die umfangreichen Arbeiten gedauert. "Es war für mich eine Herausforderung. Ich bin glücklich und stolz darüber. Es ist etwas bedeutendes für mich", sagt Luban. Einer der wichtigsten Schritte war das Gießen der drei zusammengesetzten Bronze-Teile in einer Kunstgießerei im tschechischen Marienbad (Mariánské Lázne). Nach der Einweihung will sich Luban zunächst etwas Ruhe können, sagt er.

Zahlreiche Spenden

Die Spendenbereitschaft war und ist ungebrochen. Zahlreiche große und viele kleine Summen von Plauenern, Politikern, Vereinen, Verbänden und Firmen sind auf den Spendenkonten bisher eingegangen. Vor allem namhafte Unternehmen aus dem Vogtland unterstützten mit großzügigen Spenden das Vorhaben. Allein die Schüler der Mittelschule Weischlitz sammelten 2500 Euro. Am Bau des Denkmals waren viele Firmen aus dem Vogtland beteiligt, die unter anderem auch ihre Leistungen unentgeltlich anboten. Die gesamten Kosten für alle Arbeiten werden sich auf etwa 90 000 Euro belaufen. Das über 3,50 Meter hohe und rund 1,3 Tonnen schwere Denkmal wird durch moderne LED-Technik in der Nacht wie eine Kerze Leuchten.     

 

????? www.wende-denkmal.de