Das Mysterium Muff

Was um alle Welt ist ein Muff? Ein winterliches Accessoires ist fast aus der Modewelt verschwunden. Unsere heute zu gewinnende und aus der Drechslerei Kuhnert Rothenkirchen kommende Figur "Finja" trägt einen.

Von Sybille Güntzel-Lingner

Falkenstein - "Was ist ein Muff"? Diese Frage sorgte kürzlich in unserer Redaktion für Gesprächsbedarf. Ein Kollege konnte sich erinnern, dass Günter Jauch in einer seiner Millionen-Quizsendungen danach gefragt hatte, er aber, hätte er auf dem Stuhl gesessen, bei der Antwort hätte passen müssen.
"Ein Muff ist ein Handwärmer. Außen war er mit Pelz überzogen und innen mit wärmendem Stoff gefüttert. In die Öffnungen an den Seiten wurden die Hände reingesteckt", klärte Brigitte Kuntze aus Falkenstein auf. Mit ihrem Mann, Kürschnermeister Manfred Kuntze, hat sie bis zu dessen Tod 2012 ein Pelzgeschäft samt Werkstatt in der Falkensteiner Bebelstraße geführt. Die Pelze hat sie aufgegeben, betreibt das Geschäft aber mit Lederwaren weiter. "Wir hatten immer Kunden, die einen Muff anfertigen ließen. Manche wählten den Pelz nach ihrer Winterbekleidung", erinnert sie sich an einen Fuchspelzmuff, den sie noch am Lager hat. Für Kinder wurden meistens Müffe oder Muffs, die Mehrzahl lässt sich heute nicht mehr bestimmen, aus Kaninchenfell gefertigt. Den Kleinen wurde der Muff mit einem Band um den Hals gehängt, damit sie das wärmende Utensil nicht verlieren können.
Auch in der Familie der Autorin dieses Beitrages wurde der Muff getragen: Von Großmutter Johanna und Mutter Elfried. Ich hatte als Kind einen, der mit Hasenpfoten dekoriert war. Für die Damen kreierten die Modeschöpfer jener Zeit die verschiedensten Schmuck-Accessoires, ähnlich wie für unseren heutigen Mund- und Nasenschutz. Der Muff ist aus der Mode gekommen, aber das Internet bietet für modebewusste Damen dennoch etliche Modelle an.
Ob dieser Handwärmer jemals wiederkommt, kann Brigitte Kuntze nicht beantworten. Sie hat noch einige Modelle an Lager. Ab und zu fragen Kunden nach einer Pelzmütze. Eine junge Frau hatte kürzlich geäußert, sie bevorzuge Naturpelze. Künstliche Felle schaden der Umwelt. Diese Meinung vertritt auch Frau Kuntze.
Das Geschäft wurde 1869 von Gustav Techritz, dem Urgroßvater ihres Mannes gegründet. Es blieb bis heute unter dem Namen Techritz in Familienbesitz. Im Vorjahr beging es sein 150. Jubiläum. In Falkenstein und der weiteren Umgebung gilt das Geschäft schon fast als eine Institution. "Zu mir kommen viele Stamm- und neue Kunden, auch von weiter her", freut sich Brigitte Kuntze, die jetzt ihr Schaufenster weihnachtlich dekoriert hat.

Adventsrätsel zum Kalenderblatt Nr. 5:

Einen Muff kann man auch bezeichnen als...? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie uns das Lösungswort bis zum 8. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen uns an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder beteiligen sich über Facebook an dem Rätsel, unter Kennwort: Kalenderblatt 5. Einsendeschluss ist der 9. Dezember. Zu gewinnen gibt es eine Figur der Serie "Finn & Finja", gesponsert von der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen.

Jetzt steht auch der erste Gewinner fest - von Kalenderblatt 1: Uta Langebach aus Drochaus in der Gemeinde Rosenbach wusste das Lösungswort: Kalamansi. Sie kann "Finn mit Geschenk" in der Redaktion abholen. Herzlichen Glückwunsch.
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