Das erste Bier vom Fass

Nach acht Wochen Coronazwangspause steht der Gastronomie in Deutschland, aber natürlich auch im vogtland, das Wasser bis zum Hals. Am Wochenende gab es den sehnsüchtig anvisierten Neustart. Für Wirtsleute und Gäste war vieles anders als sonst.

Plauen Eins vorweg: Die Wiedereröffnung der Gaststätten ähnelt einem Testlauf. Die Umsatzeinbrüche der letzten Wochen und auch derzeit werden auf Dauer ganz sicher manchen Gastronomen zum Aufgeben zwingen. Trotzdem herrscht derzeit verhaltener Optimismus: "Wir können nur 40 Prozent unserer Plätze anbieten und müssen hoffen, dass die Gäste gleichmäßig zu uns kommen und so aufteilbar sind wie es die hygienischen Vorschriften vorsehen. Wegschicken mussten wir niemanden bisher. Das erste Wochenende lief aufgrund der disziplinierten Gäste gut", berichten Wolfgang und Thea Dörschel.
Wacker-Stammgäste:
"Es hat was gefehlt"

Seit 20 Jahren betreibt das Gastronomen-Ehepaar die Wacker-Gaststätte in der Ostvorstadt. An den Tischen spürte man die Erleichterung. Die Gäste feierten freudig und mit dem gebotenen Abstand das Ende der Schließzeit. Rentnerin Erika Streubel ist "froh, dass wir uns im Freundeskreis wieder sehen können." Und Jürgen Schneider fügte hinzu: "Nach acht Wochen Abstinenz war das erste Sternquell aus dem Fass für jeden von uns ein besonderer Genuss." Auch wenn derzeit nicht alle so wie sonst nah beieinander sitzen können: "In fröhlicher Runde gemeinsam lachen, das macht für uns die Wacker-Gaststätte aus. Es hat was gefehlt", erzählen Jörg und Simone Brandl. Und Stammgast Winfried Bauer hofft, "dass dieser Wahnsinn wirklich nur vorübergehend stattfindet und die Gastronomie nicht sehr lange unter diesen Maßnahmen leiden muss."
Andreas Fredriksdotter betreibt an der Talsperre Pöhl das Panorama-Restaurant. "Wir hatten keine Probleme. Auch unsere Gäste hatten sich prima auf die Einschränkungen eingestellt. Wir konnten mit 30 Prozent unserer eigentlichen Sitzplatz-Kapazität starten und hoffen jetzt auf viele Gäste in den kommenden Wochen." Gut gegessen hatten die Gäste demnach auch in der Plauener Innenstadt. Chefkoch Jody Schlegel im "Heinrichs" in Plauen ist froh, dass er jetzt endlich wieder Gaumenfreuden zubereiten darf. "Wir hatten alles unter Kontrolle und es lief den Umständen entsprechend gut. Unser Lokal im Alten Rathaus hat derzeit etwa 30 Prozent Kapazität.
"Heinrichs": Hoffen,
dass es aufwärts geht

Am ersten Wochenende fehlten noch die Tagesausflügler. Wir hoffen in der Branche alle, dass es wieder aufwärts geht", spricht Jody Schlegel auch für die Mitbewerber. Fazit: Nach dem ersten Wochenende lässt sich noch nicht einschätzen, wohin für die Gastronomen die Reise geht. Klar ist aber: Viele arbeiten jetzt an der Grenze zur Unwirtschaftlichkeit. kare