Das erste Bier floss in Plauen um 1300

Plauen - Die thematische Stadtführung zum Plauener Bier ist am Sonntag auf ein reges Interesse gestoßen. Kurz vor Mittag mussten am alten Komturhof gleich zwei Gruppen gebildet werden, die je eine Runde durch Plauens Innenstadt drehten und Wissenswertes zur Geschichte der Vogtlandmetropole erfuhren.

 

Ein Augenmerk dabei legten die Stadtführerinnen Helga Seiler und Christina Mehlhorn auch auf die Ursprünge des Plauener Bieres, wobei die Informationen rund um die Geschichte und der Entwicklung des beliebten Getränkes in Plauen letztlich nicht sehr umfänglich ausfielen, dafür gab es auch Anekdoten um die Spitzenstadt selbst. "Plauen war im Gegensatz zu Hof beispielsweise keine echte Brauereistadt. Hier gab es eine Brauerei", beantwortete Christina Mehlhorn eine Frage, die aufzeigte, dass die Spuren des Brauens in Plauen nicht zahlreich seien und auf die Zeit um 1300 zurückgingen. "Vier Brauhäuser sind einst in der Stadt ansässig gewesen", so Stadtführerin Mehlhorn.

Im Komturhof, am Topfmarkt, in der so genannten Neustadt und im Malzhaus befanden sie sich. 1857 schließlich wurde die erste Brauerei der aufstrebenden Stadt an der Elster gegründet, erfuhren die Rundgangsteilnehmer. Die Gründung fand in der Restauration "Am Nonnenturm" statt. Die "1. Actienbrauerei Plauen" wurde in diesem Lokal feierlich beschlossen, der Vorgänger der heutigen Sternquell. Da das Bier entsprechend gut gelagert werden musste, fand man in früheren Zeiten eine simple Lösung: Die Einlagerung in kühlen Kellern.

 

Die Stadtführerinnen erläuterten, dass beispielsweise im Komturhof, in den später als Luftschutzkeller dienenden Räumen unter dem Plauener Stadtschloss und anderen Kellern verschiedenster Lokalitäten das edle Getränk gelagert wurde. Eine besondere Lagerstätte stand auch auf der Rundgangsliste: Der Zollkeller im Bereich Nobel- und Neundorfer Straße. "Hier fand man im 19. Jahrhundert kein Bier, nein, sondern 35 000 Flaschen Bordeaux-Wein. Und man fand heraus, dass der benachbarte Zöllner diese dort für sich eingelagert haben musste", erzählte Helga Seilert. Im Gelände des alten Komturhofes schloss die Führung. Dort konnten sich die Besucher ein Bier mittels einer historischen Füllmaschine in Flaschen gießen lassen.  fb