Das Ende der Fußgängerzone?

Eine zunächst Erfolg versprechende Sitzung erlebten engagierte Bürger jetzt im Rathaus. Sie erfuhren danach und von anderer Quelle, dass der Initiative Bürgerforum Plauen womöglich wichtige Informationen nicht mitgeteilt wurden.

Plauen - Die Bahnhofstraße erhält dieses Jahr zwölf Sitzbänke, die von der Stadtverwaltung Plauen aufgestellt werden. Die Verschönerungsaktion der Fußgängerzone im Bereich zwischen dem Kopfhaus und der Stresemannstraße hatte das Bürgerforum Plauen initiiert (der Vogtland-Anzeiger berichtete). Um Sachfragen für die Umsetzung zu beraten, trafen sich am vergangenen Freitag Akteure vom Bürgerforum Plauen (eine engagierte Initiative, die über eine Facebook-Internetseite als mediales Transportmittel verfügt) und Vertreter der Stadtverwaltung (einschließlich der Pressestelle). Kerstin Schicker, Leiterin des Fachbereichs Bau, Silvia Weck, Pressesprecherin, und weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren zugegen, ebenso eine Vertreterin des Plauener Einzelhandels (Alexandra Glied vom Hotel Alexandra). Für das Bürgerforum Plauen sprachen Jana Heinritz, Andreas Zelle und Andreas Ernstberger. Die Zusammenkunft leitete Joachim Hofmann, Leiter des Fachgebietes Stadtplanung in der Stadtverwaltung.

Die Plauener Innenstadt lebenswerter gestalten, war einhelliger Tenor der Teilnehmer der einstündigen Beratung. "Zwölf Bänke werden aufgestellt werden. Für fünf hat das Forum schon das Geld dank Spendern parat. Das entsprechende Konto ist von der Stadt eingerichtet worden", sagte Andreas Ernstberger, einer der Protagonisten des Forums, im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger, der nach dem Termin im Rathaus von Stadtrat Dieter Rappenhöner auf Pläne der Stadt über die künftige Verkehrsgestaltung der Bahnhofstraße informiert wurde, die dem Bürgerforum bei dem Gespräch mit der Stadtverwaltung nicht offeriert wurden. Rappenhöner zitierte ein Scheiben: "Am 21. Januar 2013 soll der Ausschuss eine Vorlage beschließen, die folgende Kernaussagen enthält: 1. Die Bahnhofstraße oberhalb Jößnitzer soll bereits dieses Jahr zum verkehrsberuhigten Bereich abgestuft und umgebaut werden. 2. Zwischen Jößnitzer und Stresemannstraße soll die einseitige Befahrbarkeit von oben nach unten gewährt werden." Dieter Rappenhöner sagt dazu: "Das wäre das Ende einer Fußgängerzone oberhalb der Stresemannstraße!"

Die Vertreter der Plauener Stadtverwaltung müssen das, die Pressestellen-Vertreterin muss das gewusst haben - wenn nicht, dann ist die kommunikative Qualität unseres Hauses, des Rathauses, nicht gewährleistet, kritisiert Andreas Ernstberger. "Da reden die heute noch von San Francisco und wir schauen uns noch an und denken: Na holla, jetzt haben die wohl mal umgedacht - und dann das", so der Bürgerforum-Mitstreiter über den visionären Inhalt des Freitagstermins.

Die Nachfrage ins Rathaus steht aus, am gestrigen Sonntag war kein Verantwortlicher der Stadtverwaltung zu erreichen.