Das einstige Bad Brambacher Hotel "Goldener Hirsch" wird weggebaggert

Nicht unbemerkt bleibt der Abriss des einstigen Hotels "Goldener Hirsch" in Bad Brambach. Das Unternehmen Planschwitzer Naturstein GmbH wird einige Tage mit dem Gebäudeabriss beschäftigt sein, das längst in die Jahre gekommen war.

Nur die älteren Bürger des Kurortes können sich daran erinnern, dass auf den Terrassen schwungvoll die Blasmusik aufspielte. Auch ein nostalgisches Cafè sorgte für lebendiges Treiben am einstigen Hotel "Goldener Hirsch". Zu DDR-Zeiten wurde dann ein Wechsel vollzogen und im Haus war das Einkaufen für die Brambacher gefragt. Das Kaufhaus hielt unter anderem Haushaltgeräte, Schuhe und Bücher bereit. Viele Jahre hatte der Kleintierzuchtverein sein Domizil und gestaltete sehenswerte Ausstellungen bis zuletzt. Nun bleibt nur noch die Erinnerung an die einst glanzvollen Zeiten des Hotels, schreibt Helmut Gläsel.

Auch Erhard Adler blickt in die Geschichte: "Das imposante Gebäude mit langer, interessanter Vergangenheit hat seinen Ursprung in den Brambacher Schloßgebäuden, ein Häuserkomplex links und rechts der Durchgangsstraße, einst mit einem Torbogen verbunden. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert änderte sich die Ansicht am unteren Teil des Marktes grundlegend. Der Torbogen fiel dem erhöhten Verkehr zum Opfer, die Straße musste verbreitert werden. Gebäude auf der rechten Seite Richtung Marktplatz wurden abgerissen, dafür entstand 1912 der heutige Moritzmarkt.

Das große Gebäude gegenüber, mit einem Seitentrakt Richtung Hang, diente als Gerichtsgebäude in der Zeit, als die Herren auf Brambach, die Schirndinger, noch selbst Recht sprachen. Mit der Zerschlagung und Aufteilung des Rittergutes kamen neue Besitzer, die das Gebäude anderen Verwendungszwecken zuführten. Durch einen Übergabevertrag von Vater an Sohn ist bekannt, das Gebäude und Grundstücke 1878 im Besitz der Familie Lederer waren. 1909 gehörte alles dem Gastwirt Theodor Richard Eichler. Dann kam ein schwerer Schlag: 1910 brannte das Gebäude durch einen Essendefekt bis auf die Umfassungsmauern ab.

Eichler ließ es sofort so, wie wir es heute kennen, neu aufbauen. Johann Tomek aus Berlin erwarb 1919 den Gasthof "Zum Goldenen Hirsch". Er ließ ihn umbauen und das Gastzimmer vergrößern. Bis Mai 1953 war der Gasthof geöffnet. Später war die Malerfirma von Erhard Wolf darin untergebracht, die LPG nutzte das enorme unterirdische Gewölbe zur Lagerung von Kartoffeln. Die oberen Etagen dienten als Mietwohnungen. In den Brambacher Bauakten taucht ab 1965 die KONSUM-Gesellschaft als Mieterin auf. Nach Umbauten eröffnete der KONSUM eine Verkaufsstelle. Das Brambacher "Kaufhaus" war geboren. . . .

Wichtig ist für die Brambacher, dass der an der Straßenfront eingemauerte Wappenstein erhalten und gesichert wird. Er erinnert an die Hochzeit des Georg Wolf von Schirnding mit der Elisabeth Susanna geborene von Waldenfels im Jahre 1664. Die Abrissfirma sagte die ordentliche Bergung zu. Nicht mehr gerettet werden kann die Erinnerungstafel an den 1848er Brambacher Revolutionär Fritz Rödiger. Sie wurde bereits 2004 von Buntmetalldieben "entnommen". Ein anderes erhaltenswertes Objekt ist das erstaunlich große Tonnengewölbe, das tief in den Hang hineinreicht. Auch dieses soll gerettet und gesichert werden."