Dachverband Stadtmarketing: Bezahlte Chef-Stelle soll es richten

Der Dachverband Stadtmarketing soll einen hauptamtlichen Geschäftsführer bekommen, dazu weitere Mitarbeiter. Doch wird seine Arbeit damit automatisch effektiver?

Plauen - Plauen hat rund 64 500 Einwohner, Bamberg zählt nur 6000 mehr. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Unterschiede zwischen beiden Kommunen. Die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses wurden am Montag von Petra Schneider vor allem über einen ganz speziellen informiert, der der Wirtschaftsförderin dafür umso mehr auf den Nägeln brennt. Stichwort Stadtmarketing. Im Vorfeld wurden die Strukturen dieser Gremien in Städten analysiert, die sich aufgrund ihrer Größe ungefähr mit Plauen vergleichen lassen: Hof, Freiberg, Bamberg, Bayreuth und Görlitz. Während das Stadtmarketing in Freiberg, Bayreuth und Görlitz privatwirtschaftlich strukturiert ist, basiert es in Hof, Bamberg und eben Plauen auf Vereinsbasis.

So weit, so unterschiedlich. Denn während der Bamberger Verein über einen Geschäftsführer mit zehn Mitarbeitern verfügt und sich die Mitgliedsbeiträge auf 490 Euro belaufen, agiert Katarina Berger in Plauen auf einer Teilzeitstelle, festangestellte Mitarbeiter Fehlanzeige. Die Mitgliedsbeiträge liegen bei 50 Euro, das Budget des Dachverbandes ist mit 28 000 Euro denkbar knapp bemessen (Bamberg bis zu 1,5 Millionen Euro). Dennoch fällt ein rein zahlenmäßiger Vergleich schwer, denn die Gremien in den genannten Kommunen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Während sich die einen (Freiberg und Bayreuth) als "Mädchen für alles" verstehen und sich um Marketing, City-, Tourismus-, Hallen- und Eventmanagement kümmern, konzentrieren sich andere (Görlitz) nur auf bestimmte Schwerpunkte.

In Plauen kümmert sich der teilzeitbesetzte Dachverband "ganzheitlich" um das Stadtmarketing. Allerdings: Alle Teilbereiche werden zugleich auch von Mitarbeitern der Stadtverwaltung "beackert". Und so gesehen ist es relativ schwer, die analysierten Städte zu vergleichen. Fakt ist freilich auch: In allen Kommunen gibt es, unabhängig von der Rechtsform, einen vollbeschäftigten Geschäftsführer plus Mitarbeiter. Dass der Chef neben einem Grundgehalt erfolgsorientiert entlohnt wird, scheint übrigens eine interessante Lösung. Das Team der Wirtschaftsförderung plädiert nun zum einen für die Einrichtung einer festen Stelle, deutlich höhere Mitgliedsbeiträge, eine ebenso deutlichere Bezuschussung seitens der Stadt und die Aquise von Sponsorengeldern im sechsstelligen Bereich.

Dass man sich bei der Vermarktung endlich des gemeinsamen Logos "Plauen - echt Spitze" bedient, scheint nahezu selbstverständlich. Stadtrat Dirk Brückner (CDU) machte darauf aufmerksam, dass die dem Dachverband angehörenden Unternehmen, Vereine und Privatpersonen teilweise ihrerseits auf Sponsoren angewiesen sind - wie der Spitzenfestverein oder die Initiative Plauen. Und wenn das Budget des Dachverbandes erhöht werde, dann auch das anderer Vereine, die sich um die Vermarktung der Kommune kümmern. Brückner: "Man muss die Strukturen hinterfragen, bevor man über Geld spricht".