Dachdecker in Coschütz stürzt von Dach in die Tiefe

Coschütz/Reichenbach - Schwerer Arbeitsunfall im Elsterberger Ortsteil Coschütz: Ein Dachdeckermeister ist am Montag, gegen 17 Uhr, vom Dach der Turnhalle der Grundschule gestürzt. Der 35-Jährige Chef einer Dachdeckerfirma aus dem Raum Reichenbach fiel etwa sechs Meter in die Tiefe.

Nach Polizeiangaben war es ihm noch möglich, selbst den Rettungsdienst zu rufen - per Handy. Der Verunglückte kam ins Reichenbacher Krankenhaus. Mittlerweile wurde der laut Krankenhaus "polytraumatisierte Mann" jedoch nach Informationen unserer Zeitung mit gebrochenem Becken und Oberschenkelbruch in eine Spezial-Klinik nach Thüringen geflogen.

Vor Ort war gestern Vormittag ein Mitarbeiter der Abteilung Arbeitsschutz der Landesdirektion Dresden, Außenstelle Chemnitz - ehemals Gewerbeaufsichtsamt. Nach Angaben des Außenstellenleiters Klaus Neumerkel war der Dachdeckermeister allein auf dem Dach gewesen und hat Dämmung sowie Schweißbahnen verlegt. Das Dach habe zwar eine geringe Neigung - aber trotzdem sei eine so genannte "kollektive Absturzsicherung" nötig. "Und dieses Gerüst, das wie eine Bande Abstürze verhindern soll, war im Absturzbereich war es nicht vorhanden", sagt Neumerkel auf Anfrage unserer Zeitung.

 

Die Stadt Elsterberg ist Auftraggeber: Sie will mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II das Turnhallendach sanieren, wie Uwe Kittelmann sagt, der Chef des Elsterberger Bauhofes. Nach seinen Worten handelt es sich bei dem Auftrag um eine Größenordnung von etwa 20 000 Euro: Drei Arbeitsgänge seien zu verrichten: Schweißbahnen verlegen, Dämmung aufbringen, Dachpappe heiß verkleben. "Schätzungsweise 70 Prozent der Arbeiten sind bisher erledigt". Bei der Firma des Unfallopfers waren gestern keine Auskünfte zu bekommen.