Crystal Meth und seine Folgen

"Crystal Meth - von der Akutbehandlung bis zur beruflichen Wiedereingliederung", lautete das Thema einer Fachtagung im Beruflichen Trainingszentrum (BTZ) im Best Western Hotel am Straßberger Tor. Mehr als 100 Teilnehmer, Reha-Berater sächsischer Arbeitsagenturen und Vertreter von Rentenversicherungsträgern nahmen das umfangreiche Vortragsangebot an.

Plauen - Es ist ein schlimmer, ein chemisch hergestellter Stoff, einer, der schnell abhängig macht, eine Droge, die aktuell viel Not und Elend bei "Nutzern" schafft: Crystal Meth. Die Betroffenen zu behandeln und sie zu unterstützen, aus dem Sumpf und dem Unglück dieser Droge herauszufinden, war wichtigster Ansatz der Tagung. Dozent Dr. Dr. Niels Bergemann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Sächsischen Krankenhaus Rodewisch vermittelte aus Sicht des Mediziners "Grundlegendes zu den Therapieansätzen in der Akutbehandlung".

Eberhard Juchem, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in Plauen, erläuterte in seinem Beitrag seine Erfahrungen mit Menschen, die Crystal Meth konsumieren, und den damit verbundenen, teils drastischen Problemen und Nöten. Die Gestaltung der Übergänge bei der Begleitung von Menschen nach Crystal Meth-Missbrauch stellte Anatol Oratovski, Chefarzt des Instituts für Gesundheit und Bildung (IGB) Alte Flugschule dar. Dessen Mitarbeiter sammeln in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen bei der schulischen und beruflichen Qualifizierung der medizinischen Rehabilitation.

Erich Novak berichtete in seinem Referat über Möglichkeiten und Grenzen für betroffene, Drogen geschädigte Menschen in der beruflichen (Wieder-)Eingliederung innerhalb Beruflicher Trainingszentren. "Alle Beiträge und die rege Diskussion jeweils am Anschluss an die Vorträge zeigten, dass die Komplexität und Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen Schwerpunkt Crystal Meth sehr hohe Anforderungen an alle Beteiligten stellt", sagte Corinna Gering, Leiterin des Beruflichen Trainingszentrums BTZ.

Die engagierten Diskussionen offenbarte die Notwendigkeit, sich mit dem Thema Crystal Meth noch intensiver auseinanderzusetzen. "Anliegen im gesamten Betreuungsprozess muss es sein, für jeden Patienten eine nachhaltige, individuelle Therapie anzubieten und gemeinsam ein erfolgversprechendes Integrationskonzept zu entwickeln. Sowohl in den Beiträgen als auch in der Diskussion wurde deutlich, dass bei der Betreuung der betroffenen Menschen ein langer Atem gefragt ist", so Gerling.

Die Leiterin des BTZ griff in ihren Schlussbemerkungen den Tenor der Vorträge und der Diskussionen nochmals auf und wies auf die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit aller am Betreuungsprozess Beteiligten hin. Die BTZ Mitarbeiter sehen für die eigene Arbeit die engagierte, geduldige Begleitung von "Crystal Meth-Aussteigern" nach einer erfolgreichen medizinischen Rehabilitation als eine zukünftige Herausforderung, so Corina Gerling.