Cossengrünerin verschenkt 100 Masken und näht weiter

Tausende Marienkäfer, gedruckt auf blauen Stoff, verbreiten in diesen Tagen im Vogtland Hoffnung, zaubern Lächeln in Gesichter von alten pflegebedürftigen Menschen, aber auch Kindern.

Von Daniela Hommel-Kreißl

Aus dem Marienkäfer-Stoff hat Renate Färber Mund-Nasen-Masken genäht, sie in Elsterberg, Greiz und Umgebung verschenkt. Insgesamt 100 Masken hat sie in den vergangenen Wochen gefertigt.
Nun bedankte sich Landtagsvizepräsident Dirk Bergner bei der Cossengrüner Rentnerin für ihr großartiges Engagement. Renate Färber, die unter anderem auch in der Freiwilligen Feuerwehr Cossengrün und dem Ortsteilrat aktiv ist, hatte Anfang März die Not von Mitarbeiterinnen in Pflegediensten und Arztpraxen gesehen, die nicht wussten, wo sie schnell ausreichend Mund-Nasen-Schutz herbekommen sollten. "Ich musste einfach etwas gegen Corona tun. Also habe ich angefangen zu nähen. Den Stoff hatte ich noch liegen", erzählt Renate Färber.
Der Marienkäfer hat für die Cossengrünerin eine besondere Bedeutung. Mit einem Marienkäfer auf dem Gesicht starb ihr Mann Harald. Den Verlust hat Renate Färber bis heute nicht verwunden. Gleich nach dem Tod ihres Mannes hatte sie den Marienkäferstoff gekauft. Sie wollte daraus Sorgensäckchen für schwerkranke Kinder nähen. "Doch so kurz nach Haralds Tod ging das einfach nicht." Der Stoff blieb liegen - bis Anfang März. Seither hilft er in Maskenform Menschen im Thüringer und sächsischen Vogtland, sich und andere vor Corona zu schützen.
"Wir wissen nicht, wie lange die Corona-Krise noch dauern wird. Aber es sind Menschen wie Renate Färber, die uns allen Mut machen, Hoffnung geben. Wenn wir aufeinander achten, einander beistehen und Rücksicht nehmen, dann werden wir gestärkt aus der Krise hervor gehen", ist Landtagsvizepräsident Dirk Bergner sicher.
Gleich nach Wieder-Öffnung der Geschäfte hat sich Renate Färber in einem Plauener Stoffladen mit Nachschub versorgt. Sie will weiter Masken nähen und verschenken. Und sie freut sich, dass auch ihr von Bekannten Nähutensilien geschenkt wurden - Nähgarn zum Beispiel oder Gummi, gerade weil letzterer jüngst auch schwer erhältlich war.