Corona-Wirrwarr an Schulen verunsichert Eltern

Zweimal wurde eine Klasse der Erich-Ohser-Grundschule Plauen innerhalb kurzer Zeit in Quarantäne geschickt. Bei den Grundschulen Lindgren und Kuntzehöhe nur einzelne Schüler. Unterschiedliche Coronaregelungen verunsichern Eltern.

Von Marlies Dähn

Plauen/Adorf Zweimal testen pro Woche. Ein bestätigter positiver Corona-Fall und schwupps ist wieder eine ganze Grundschulklasse in Quarantäne. Am 6. Oktober war davon eine Klasse der Grundschule Markneukirchen betroffen, ebenso zwei Klassen der Grundschule "Am Stadion" Oelsnitz, eine Klasse der Erich-Ohser-Grundschule Plauen und eine Klasse der Karl-Theodor-Golle-Schule Syrau. Die Jüngsten der Erich-Ohser-Grundschule Plauen traf die Quarantäne-Regelung bereits schon einmal am 27. September. Auch eine Klasse der Kemmler Schule wurde am 27. September in Quarantäne geschickt und vier Klassen der Grundschule Adorf. Am 23. September traf es die Grundschule "Karl Marx".
"Natürlich kommt bei Eltern kein Jubel auf, wenn der Anruf kommt und die Kinder wieder zu Hause bleiben", weiß auch Arndt Schubert, Referent im Leitungsbereich des Schulamtes Zwickau.


Warum aber zum Beispiel in den Plauener Grundschulen Lindgren und Kuntzehöhe einzelne Schüler und nicht ganze Klassen in Quarantäne sind, dafür gibt es laut Arndt Schubert Gründe. "Diese Regelung tritt dann ein, wenn der Schüler zum Beispiel nicht in der Schule war oder selbst nicht infiziert aber von Quarantäne betroffen ist (z.B. infizierte Angehörige) und damit keine Ansteckungsgefahr für Mitschüler besteht."
Corona ist mittlerweile zum Reizwort geworden. Nicht nur bei Eltern und Schülern. Die Pandemie und deren Auswirkungen zerren an den Nerven. Auch der Umgang damit und die unterschiedlichen Regelungen. "Wir müssen bedenken, es sind Handlungsempfehlungen des Sozialministeriums an das Kultusministerium und die sächsischen Gesundheitsämter", erinnert Schubert in diesem Zusammenhang. Tritt ein Coronafall in der Schule auf, wird er dem Gesundheitsamt gemeldet. Das ordnet Maßnahmen an entsprechend aktueller Leitlinien. Die ändern sich je nach Infektionslage. Letztlich bleibe es in jedem Einzelfall damit auch eine Entscheidung des jeweiligen Gesundheitsamtes. "Diese kann sogar je nach Mitarbeiter unterschiedlich ausfallen", räumt Schubert ein.


Nicht bestätigen könne er, dass im Vogtland eine Grundschulklasse seit September schon dreimal in Quarantäne geschickt wurde. "Solch ein Fall ist uns nicht angezeigt", so Schubert. "Generell ist das leider der Preis, dass an Grundschulen im Unterricht keine Maskenpflicht besteht", zeigt sich Schubert als Maskenbefürworter. Daher sehe er es skeptisch, dass Sachsen über eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht nach den Herbstferien nachdenke. "Das bedeutet in meinen Augen ein höheres Infektionsrisiko", gibt Schubert zu bedenken.
Wenig Verständnis hat Schubert für die Frage, ob es in Anbetracht des geringen Infektionsgeschehens bei Kindern nicht angebracht wäre, probeweise zum normalen Schulbetrieb zurückzukehren mit Aufhebung sämtlicher Maßnahmen. "Wir sind nicht in der Situation, dass wir das zu entscheiden haben."
Härter durchgreifen werden Behörden nach den Herbstferien in Sachen Präsenzunterricht. Sachsenweit gab es 2500 Fälle, in denen Eltern nach Wiedereinführung des Präsenzunterrichtes ihre Kinder trotzdem weiter zu Hause unterrichteten. "Man setzte auf Dialog. Jetzt sind es nur noch knapp 300 Fälle." Die Ordnungsämter seien nun angehalten, die Schulpflicht durchzusetzen. Ordnungsgelder bis zu 1200 Euro drohen dann.