Corona-Container-Teststation in Klingenthal

Klingenthal Seit dieser Woche gibt es neue Bestimmungen für Einreisende aus Hochrisikogebieten, zu denen auf Grund der Zahl der Coronafälle jetzt auch Tschechien gehört. Ohne Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, darf niemand mehr ins Land der Teutonen. Ein Problem für Arbeitskräfte aus Tschechien, die sich damit zweimal wöchentlich testen lassen müssen.
Nicht wenige Tschechen benutzen dabei zur Einreise den Klingenthaler Grenzübergang. Um für diese das Test-Prozedere so einfach wie möglich zu gestalten, eröffnete der Rettungszweckverband Südwestsachsen am gestrigen Mittwoch auf dem Parkplatz unmittelbar hinter der Grenze eine Corona-Teststation in einem Mietcontainer.
Die Idee hierzu hatte dessen Geschäftsführer Jens Leistner, der am Mittwoch persönlich vor Ort war. Das Projekt wurde gemeinsam mit den Johannitern als ausführender Partner realisiert, berichtet er.
In Betrieb genommen wurde die Station am Morgen, pünktlich um 6 Uhr, wo bereits knapp 15 Personen auf die Durchführung eines Tests warteten.
Danach kamen die Besucher eher sporadisch, bis kurz vor Mittag insgesamt etwa 45 Personen, darunter auch einige Deutsche. Ursprünglich sei als Standort für die Teststation die Vogtland Arena ins Auge gefasst worden, merkt Jens Leistner dabei an, doch da dort jetzt der Weltcup über die Bühne geht, schied diese Möglichkeit aus.
Irgendwie zum Glück, denn der Standort an der Grenze sei für die Berufspendler geradezu ideal: Parken, testen weiterfahren.
Geöffnet ist die Station Montag von 5 bis 16 Uhr, Dienstag bis Freitag von 6 bis 16 Uhr. Besetzt ist die Station mit zwei Mitarbeitern der Johanniter, die in jeweils zwei Schichten die Tests durchführen sowie einem Tschechen, der üblicherweise im Waldhotel Mühlleithen arbeitet und "zufälligerweise" dort gerade rein gar nichts zu tun hat. Er sei für die organisatorischen und administrativen Aufgaben in der Station zuständig.
"Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für diese Tätigkeit gewinnen konnten, denn dadurch gibt es keinerlei sprachliche Probleme", ergänzt Jens Leistner. Sein Sohn Tim, der bei den Johannitern in Plauen beschäftigt ist und an diesem Tag zur Unterstützung dabei ist, erläutert den Ablauf des Tests.
Mit einem Wattestäbchen wird eine Probe aus der Nasenschleimhaut entnommen und diese in einer Flüssigkeit aufgelöst. Davon wird etwas in die Öffnung eines gut 6 Zentimeter langen Plättchens aus Plastik geträufelt, in dem sich ein Teststreifen befindet. Erscheint nach gut. 10 Minuten kein Streifen, ist der Test ungültig. Erscheint ein roter Streifen, ist der Test negativ, bei zwei Streifen jedoch positiv. In diesem Fall wird noch ein sog. PCR-Test durchgeführt, dessen Laborergebnis nach ein bis zwei Tagen vorliegt.
Die Person muss zurück nach Hause und dort in Quarantäne. Der Arbeitgeber und auch das Gesundheitsamt des Landkreises erhält eine Mitteilung, wobei die Daten mit den tschechischen Ämtern ausgetauscht werden. Ist der Test negativ, gibt es ein DIN A4-Blatt in deutsch, tschechisch und englisch, in dem der negative Test bescheinigt wird. Zur Datenübermittlung sei seit Mittwoch außerdem eine spezielle Software an allen Teststationen im Einsatz, die die Daten automatisch an das Gesundheitsamt übermittelt.
Diese Software sei auch von anderen Teststationen nutzbar, wie etwa in Altenheimen, sozialen Einrichtungen oder Pflegediensten, merkt Jens Leistner hierzu an.
Wie aus dem Nichts erscheinen gegen Mittag plötzlich eine ganze Reihe Polizisten der Bundespolizei, die jedes einreisende Fahrzeug kontrollieren. Die Kontrollen seien aber unregelmäßig, denn eine ständige Überwachung würde ja eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen bedeuten, erklärt dabei einer der Beamten.
Währenddessen haben sich wieder einige Personen zum Test eingefunden, darunter auch Deutsche, die die Gelegenheit zu Fragen nutzen. Im Betrieb habe man einen tschechischen Kollegen. Was der denn nun beachten müsse, fragt etwa eine Frau.
Ein Test für Pendler kostet übrigens 25 Euro, da er mit 10 Euro bezuschusst wird. Wer sich privat testen lässt, muss 35 Euro berappen, wobei der Betrag in bar zu entrichten ist. Helmut Schlangstedt