Clara-Wieck-Tage eröffnet

Die zweiten Clara-Wieck-Tage wurden am Freitag im Vogtladmuseum Plauen eröffnet.

Plauen Die deutsche Pianistin und Komponistin wurde 1819 in Leipzig geboren und verbrachte einen Großteil ihrer jungen Jahre in Plauen. Sie lernte hier nicht nur das Klavierspiel, sondern auch das Sprechen, wie Oberbürgermeister Steffen Zenner in seiner Ansprache mitteilte. "Clara Wieck gehört einfach nach Plauen." Mit dieser Aussage schloss er sich der Feststellung von Katrin Reyersbach, Mitglied der Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau, an: "Was Robert Schumann für Zwickau ist, kann Clara Wieck für Plauen sein." Die Autorin mehrerer Bücher und Publikationen hatte dies vor einigen Jahren festgestellt. Museumspädagoge Uwe Fischer hat die Idee 2019 aufgegriffen und die Clara-Wieck-Tage, anlässlich ihres 200. Geburtstages, ins Leben gerufen. Zwei Jahre später haben sich die Tage zum Treffen internationaler Künstler entwickelt. Bis 19. September werden Musiker aus Tschechien, Österreich, England und Deutschland Werke von Clara Wieck und Komponisten ihres Freundeskreises spielen. Am Samstag befasste sich ein wissenschaftliches Symposium mit der österreichischen Pianisitin und heimlichen verlobten Robert Schumanns, Ernestine von Fricken aus Aš (1816-1844). Montag bis Donnerstag führen Museumspädagoge Uwe Fischer, Vera Knüpfer und Marvin Schaarschmidt Schüler "Auf den Spuren Claras" durch ihr Wirken.

 


Das erste Konzert gestaltete der tschechische Pianist Radim Voiír (Aš). Der bekannte Künstler studierte an der Akademie der musischen Künste zu Prag und an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar. Er nahm erfolgreich an Klavierwettbewerben wie dem "Prager Frühling" und dem Marienbader Chopin-Wettbewerb teil. Radim Vojí ist Mitglied der Chursächsischen Philharmonie, Dozent am Konservatorium in Teplice und künstlerischer Leiter der "JazzBigGang". Freitagabend waren von ihm Werke von sieben Komponisten zu hören. Sie alle waren mit Clara Schumann befreundet. Der Konzertabend wurde mit der Sonate Nr. 8 c-Moll op.13 von Ludwig van Beethoven eröffnet. Es folgte "Andante con moto" aus den Vier Balladen op.10 von Johannes Brahms. "Sie liebten sich beide", "Liebeszauber" und "Die stille Lotosblüte" von Clara Schumann wurden für Klavier bearbeitet und gehören zu "Sechs Lieder op.13". Robert Schumann stand im Schatten von Clara, ließ Uwe Fischer während der Werkeinführung wissen. Nach seiner Zeit in Wien schrieb er den "Faschingsschwank aus Wien, Fantasiebilder für Klavier op.26". Die Gäste im Festsaal des Museums hörten die Romanze, Scherzino und Intermezzo. Aus den Drei Konzertetüden von Franz List spielte Radim Vojí "Un sospiro". Frederic Chopins dargebotenen drei Stücke spiegelten Leichtigkeit und Melancholie seiner Musik dar. Den Reigen bekannter Klaviermusiken beendete Felix Mendelsohn-Bartholdy. Zu hören war "Rondo capriccioso E-Dur op.14".
Uwe Fischer verriet, dass schon jetzt feststehe, unter welchem Thema die nächsten Clara-Wieck-Tage stehen werden. Vom 8. bis 17. September 2023 werde sich alles um "Clara und das Klavier" drehen. Albin Bruchholz bezeichnet in seinen Abhandlungen Adorf als die Wiege des Klavierbaus. Der bekannte Musikwissenschaftler wird einen Vortrag dazu halten. Es ist bekannt, dass in der Vergangenheit allein in Plauen zehn Klavierbauer ihre Werkstätten hatten. Im Vogtlandmuseum ist das Instrument von Nannette Streicher zu besichtigen. Auf dem Klavier von 1821 hat bereits Clara Wieck gespielt. Zu diesen Themen wird es Vorträge von Mitarbeitern des Robert-Schumann-Hauses in Zwickau geben. gke