Clara und die sprechenden Tiere

Clara Härtel schaffte es am Samstag auf das Siegertreppchen. Die 12-jährige Schülerin aus Reichenbach konnte sich damit für den Bezirkswettbewerb der Vorleser qualifizieren. Unter anderem war aus dem Buch "Das Museum der sprechenden Tiere" ein unbekannter Text zu lesen.

Von Hagen Hartwig

Auerbach - "Vorlesen vor Publikum erfordert Konzentration und viel Selbstbewusstsein!" Mit dieser Einschätzung der Leiterin der Kreisbibliothek Vogtlandkreis, Sophie Arnold, begann am Samstag in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche ein spannender Ausscheid. Der Vorlesewettbewerb vogtländischer Oberschüler und Gymnasiasten erforderte von den Teilnehmern jede Menge Mut und Können. Ein aufmerksames Publikum verfolgte das Geschehen. Eltern und Freunde drückten den jungen Vorlesern ganz fest die Daumen. Lampenfieber und Aufregung waren jedoch deutlich zu spüren. 
Unter Zusammenarbeit der Kreisbibliothek Vogtlandkreis, der Stadtbibliothek Auerbach, dem Auerbacher Fachgeschäft "Buch&Kunst" sowie der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche stellten sich Schüler der sechsten Klassenstufe einer harten Wertung. Sieben Mädchen und fünf Jungen waren dazu angetreten. Am Ende konnte Clara Härtel, Schülerin am Goethe-Gymnasium Reichenbach, die begehrte Siegerurkunde in Empfang nehmen und sich damit für den Bezirksausscheid qualifizieren
"Mit dem Wettbewerb, der übrigens deutschlandweit stattfindet und in diesem Jahr sein 60. Jubiläum begeht, wollen wir die Jugend wieder für das Lesen von Büchern begeistern", so Buchhändlerin Cornelia Horn. Vor der Jury (Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas, Schriftstellerin Maren Schwarz, Bibliothekarin Bärbel Kleine, Buchhändlerin Cornelia Horn, Literatur-Fachmann Dr. Frieder Spitzner) gaben die Vorleser ihr Bestes. Jeder der Teilnehmer durchschritt zwei Durchgänge. 
Zum Anfang galt es, das Lieblingsbuch vorzustellen und drei Minuten lang daraus laut vorzulesen. Keine leichte Sache, bedenkt man, dass die Göltzschtalgalerie mit Zuhörern voll besetzt war und vor Aufregung die Herzen der jungen Kandidaten hoch schlugen. Im zweiten Durchgang wurde es noch schwerer. Die jungen Vorleser mussten eine ihnen unbekannte Textpassage aus dem Buch "Das Museum der sprechenden Tiere" von Helen Cooper vortragen.
Aufmerksam verfolgte die Jury die Vorträge. Bewertet wurden Lesetechnik und Textgestaltung. Erstaunt waren die Juroren über die Qualität des Gebotenen. Rhetorik und die Textverständlichkeit bekamen gute Wertungen. "Die Teilnahme ist schon eine Auszeichnung, denn nur die Besten sind in den heutigen Wettbewerb gekommen", so Dr. Frieder Spitzner. Der beste Vorleser, diesmal also ein Mädchen, konnte sich für den Bezirkswettbewerb in wenigen Wochen qualifiziert. Wer diesen dann als Sieger verlässt, tritt zum Sächsischen Landeswettbewerb an. Danach folgt der Bundesausscheid.
Geschafft hat es die 12-jährige Clara Härtel. Das Mädchen überzeugte mit guter Lesetechnik und einer großen Portion Selbstbewusstsein. "Ein Tag ohne Buch kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, ich lese ungeheuer gern" versicherte Clara. Aber auch Handball (beim HV Mylau/Reichenbach), das Gitarre-Spielen und die Schauspielerei gehören zur ihren Hobbys. "Irgendwie habe ich das Gefühl, gern auf einer Bühne zu stehen. Vielleicht geht auch mein späterer Beruf in diese Richtung", berichtete das Mädchen. Kräftige Unterstützung bekam Clara beim Vorlesewettbewerb von ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Pascal. "Wir sind sehr stolz auf unsere Tochter. Zur Belohnung gehts nächste Woche erst einmal in den Skiurlaub", kündigte Karolin Härtel, die Mutter von Clara, freudestrahlend an.