City-Plattenbau: Giebelgestaltung weiter unklar

Plauen - Der größte Plauener Wohnungsanbieter, die Wohnungsbaugesellschaft Plauen (WbG), saniert unter bewohnten Bedingungen derzeit einen Wohnblock auf der Bahnhofstraße.

 

Die Tage des großen Stadtsiegels am Gebäude der Bahnhofstraße 30 sind gezählt. Die Umgestaltung und Modernisierung des Blocks durch die Wohnungsbaugesellschaft Plauen (WbG) befindet sich in der Halbzeit. In diesem Zuge kann das bekannte Wandbild nicht erhalten werden.

 "Da im Rahmen der energetischen Sanierung auch an dieser Giebelseite eine Wärmedämmung angebracht werden muss, ist dies absolut unumgänglich", sagt WbG-Prokurist Gunter Färber auf Anfrage. Er ist für den gesamten Bau zuständig. Weiter völlig offen ist, wie die Hauswand künftig aussehen wird. Zwar gebe es einen Vorschlag eines Architekten, entschieden sei aber bis jetzt noch nichts. Und es könnte auch noch einige Zeit dauern. Färber könne sich vorstellen, dass sich eine Arbeitsgruppe aus einem Architekt, der Stadtplanung und interessierten Bürgern zusammenfindet und gemeinsam einen Gestaltungsvorschlag erarbeitet. Bisher seien aber bei der WbG keinerlei Ideen zur Giebelgestaltung eingegangen, sagt der Technische Prokurist. Seit gut sechs Monaten laufen die umfangreichen Arbeiten unter bewohnten Bedingungen.

 

Kaum wiederzuerkennen ist der einstige "Betonklotz" durch die auffällig umgestaltete Außenfassade. Die ehemaligen Balkons haben ausgedient. Sie sind gegen großzügige Wintergärten mit 2,30 Meter breiten Faltfenstern, die vollständig geöffnet werden können, ausgetauscht worden. Dadurch habe sich auch der Wohnraum vergrößert, heißt es. Nach der momentan laufenden Winterpause sollen die Wärmedämmung und die Neugestaltung des Daches fortgesetzt werden. Die Giebelwand wird anschließend mit Natursteinelementen verkleidet. Einige Arbeiten konnten schon abgeschlossen werden. So ist beispielsweise der neu eingebaute Fahrstuhl bereits in Betrieb und die aktuell 28 Mieter können inzwischen auch den neugeschaffenen separaten und barrierefreien Eingang nutzen. Bisher gelangten die Mieter nur über den Eingang des Nachbarhauses in ihre Wohnungen. Dieses Manko gehört damit der Vergangenheit an.

 Vor den Bauarbeiten wohnten 34 Mieter in dem Gebäude. Leer stehende Wohnungen sind im Zuge der Planungen in den letzten Jahren nicht mehr vermietet worden. Sechs Hausbewohner zogen angesichts der bevorstehenden Lärm- und Staubbelastungen aus. Drei von ihnen wechselten in ein Alten- oder Pflegeheim. Die WbG habe bei der Suche nach einer Ersatzwohnung und der Organisation sowie Finanzierung des Umzuges geholfen. Die noch verbliebenen Bewohner hätten bisher viel Verständnis für die Ausnahmesituation gezeigt.

 

"Das Gröbste haben sie überstanden, da die überwiegende Mehrheit der Mieter die Wohnungen zur Annenstraße bewohnt und die Sanierung dieser Fassade bereits abgeschlossen ist", so Gunter Färber.  Für die gesamte Baumaßnahme investiere die Wohnungsbaugesellschaft laut Färber rund 990 000 Euro. Wichtig sei vor allem, dass die Bausumme im sechsstelligen Bereich bleibe. Laufe alles wie geplant, werde spätestens Ende Juni der ehemalige graue Betonblock wieder in neuem Glanz erstrahlen. mar