City-Hausmeister: Stadt ist sauberer

Zwischenbilanz nach zwei Monaten: Plauen hat seit Anfang Juni einen City-Hausmeister. Die ersten Wochen der Testphase hat Udo Bondzio hinter sich. Sein erstes Fazit: Die Stadt ist sauberer geworden. Täglich sechs Stunden tourt er durch die Innenstadt und sammelt das ein, was andere Plauener einfach fallen lassen.

Plauen - "Ich komme gerade von der Seestraße", sagt Udo Bondzio als wir ihn zum Interview-Termin treffen. Seit acht Wochen ist der 38-Jährige der erste City-Hausmeister der Stadt Plauen und hat die Dreckecken des Zentrums im Blick. Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Das kann sich sehen lassen. In den ersten zwei Monaten habe es ausschließlich positive Reaktionen gegeben, so Bondzio. Aber am meisten freut er sich über die Aussage, dass es deutlich sauberer in der Innenstadt seit dem Einsatz geworden sei.

Viele Plauener sprechen den freundlichen Putzteufel bei seiner Arbeit auch an und wollen wissen, ob er nicht auch einmal in ihrem Stadtviertel auf die Sauberkeit achten könne. Seine tägliche Route vorbei an den Problembereichen der City hat der 38-Jährige inzwischen im Kopf. Die Straßen und Plätze läuft er nach einer festen Route ab. Besonders im Fokus ist der Postplatz im Bereich der Kastanien, die Oheimpassage und das Pfortengässchen zwischen Johanniskirche und Weberhäuser. Hier gäbe es immer etwas zu tun. "Teilweise sammelt sich ganz schön was an, was eigentlich nicht sein muss." Zigarettenstummel und Kronkorken führen die Müll-Hitliste unangefochten an. Durchaus stößt der City-Hauswart auch gelegentlich auf tote Tauben oder Vögel. Diese bringt er nach dem Fund in einen zentralen Sammelbehälter für Tierkadaver in der Stadt.

Udo Bondzio macht seine Arbeit als City-Hausmeister gerne, sagt er. Lediglich bei schlechtem Wetter sei es nicht ganz so schön. Seine tägliche Runde durch die Stadt hält auch fit. "Ich muss viel laufen." Sechs Stunden von Montag bis Freitag ist Bondzio mit Kehrschaufel und Besen im Zentrum unterwegs. Der Arbeitstag beginnt am Vormittag, nach dem die großen Kehrmaschinen der Abfallentsorgung durch die Straßen gefahren sind. Der Werdaer ist quasi für die Feinarbeit zuständig. Die Fahrzeuge können den kleinteiligen Unrat in den Fugen des Kopfsteinpflasters oft nur schwer herauskehren.

Den Dreck von anderen weg machen, ist nicht jedermanns Sache. Udo Bondzio hat damit kein Problem. Er spricht Fußgänger und Hundehalter mitunter auch schon einmal an, wenn sie etwas fallen lassen oder den Kot ihrer Tiere nicht entfernen. Er kürzlich beobachtete der 38-Jährige eine junge Hundehalterin, die sich nicht um die Hinterlassenschaften ihren Vierbeiners kümmerte. Angesprochen auf ihre Achtlosigkeit zeigte sich die Frau etwas pikiert. "Etwas zum Wegmachen hatte sie auch nicht dabei. Ich habe ihr dann Taschentücher gegeben", sagt der City-Hausmeister.

Am Tag liest Udo Bondzio im Schnitt 120 Kilo Müll mit seinem Greifarm von den Straßen in der Innenstadt auf. Eine handelsübliche Mülltonne füllt er täglich damit. "Manchmal sind es auch noch mehr", sagt er. Dies zeigt, dass die Arbeit gebraucht wird, meint Karl-Ludwig Prill von der Abfallentsorgung Plauen (AEP). Unter der Leitung der AEP ist Bondzio im Stadtzentrum unterwegs. "Ich begrüße diesen Einsatz. Die Notwendigkeit ist da", sagt Prill. Noch ist der Job des Plauener City-Hausmeisters ein Experiment. Die Testphase läuft bis Ende September. Dann entscheidet die Stadt, ob die Stelle bestehen bleibt.