Circus Renz aus Berlin gastiert in Plauen

Plauen - Manege frei hieß es am Freitag zum ersten Mal. Circus Renz aus Berlin gastiert in Plauen. Als echter ostdeutscher Circus seien sie auch in den letzten Jahren mehr in den neuen Bundesländern, mit ein paar Abstechern in den "Westen", unterwegs gewesen.

 

Plauen stellt für Renz eine Premiere dar. Die Familientradition wird nun schon in der fünften Generation weitergeführt. Bereits im 19. Jahrhundert gegründet, gibt es heute in Deutschland mehrere Zirkusunternehmen mit diesem Familiennamen. Brüder und Cousins, irgendeine verwandtschaftliche Beziehung, bestehe zu allen. Angela und Karl-Heinz Renz arbeiten sehr kinderbezogen. "Wir sind der klassische Familienzirkus, mit Clown, Tieren und Artistik", weiß Chefin Angela Renz. Schon Zweijährige können dem Zirkus einen Besuch abstatten und seien fasziniert.

Gern werden die kleinen Zuschauer ins Programm einbezogen. Natürlich geschehe dies ganz sanft und vor allem freiwillig. Wer nicht möchte, muss auch nicht. Allerdings haben Kinder doch meist großen Spaß daran mit dem Clown zu ulken oder ganz nah an die Tiere heran zu dürfen.

Sanft und liebevoll werde auch mit den 50 Tieren umgegangen. Sie werden zu nichts gezwungen, lediglich was sie gern tun oder können werde gefördert. Und so herrscht dann auch vergnügliches Treiben bei den Trampeltieren, Guanakos, Alpakas, Lamas, Pferden, italienischem Zwergesel, russischen Groß-und Kleinpudeln und Schlangen. Bald wird noch ein Bison Zirkusluft schnuppern. Noch trainiert es fleißig in einem Winterquartier, aber schon bald darf es einen Part in der Western-Show übernehmen. Besondere Magnete für Kinder seien die Jungtiere. Drei kleine Babykamele, noch keinen Monat alt, sowie ein vor einer Woche geborenes Lama sind gerade die Stars im Tierzelt. Bunte Wagen haben in dieser Woche ihren Platz an der Böhlerstraße, nahe der Gösselbrücke, gefunden. Noch bis spät in die Nacht wurde am Mittwoch das Zelt aufgebaut.

Sieben starke Männer packen dabei kräftig mit an. Je nach Wetter dauere es einige Stunden bis alles steht. Etwa 500 Plätze fasst das in der Mitte zwölf Meter hohe Zelt. Doch nicht nur Zeltaufbau und Tiere versorgen gehört dazu. Auch eine Menge Organisatorisches gilt es zu erledigen, weiß Angela Renz. "Meine lackierten Fingernägel müssen so einiges aushalten, denn ich habe nicht nur das Zepter in der Hand, sondern bin auch noch Mädchen für alles", lacht sie.

15 Leute gehören zur Familie und zum Team, alle sind Allroundtalente. Nach viel körperlicher Arbeit hinter den Kulissen freuen sie sich besonders über viel Applaus im schillernden, bunten Licht der Manege. Winterpause so wie früher gibt es nicht mehr. Das ganze Jahr wird nun durch gespielt, natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen. Auch durch die Adern der Töchter fließt Zirkusblut. Schon von klein an sind sie dabei, zeigen Akrobatik, Clownerie und Tierdressuren. Und träumen von einer Ausbildung an der Berliner Artistenschule, wie sie ihr Vater absolviert hat.

 

Die elfjährige Gina-Marie besucht in jedem Gastspielort die Schule und geht gerade in die vierte Klasse. In Plauen genießt auch sie nun die Ferien, sonst ist sie aber wirklich fleißig, bestätigt die Mutter. "Klar muss ich immer, wo ich neu hinkomme, vom Zirkusleben erzählen. Dass ich ständig in neue Klassen komme, stört mich nicht. Ich bin eine gute Schülerin", strahlt das blonde aufgeweckte Mädchen. Bis zum 25. Oktober wird Renz seine Zelte in Plauen aufgeschlagen haben. Täglich 15.30 Uhr kann die Vorstellung zu wirklich familienfreundlichen Preisen besucht werden. Ab sechs Euro für Kinder sowie ab acht Euro für Erwachsene kosten die Karten. Montag bis Donnerstag sind Familientage. Da zahlen Erwachsene nur Kinderpreise.