Chronist des Plauener Wende-Denkmals

Plauen - Rudolf Helgert ist der Chronist für das Plauener Wende-Denkmal. Mit seiner kleinen Videokamera verfolgt der Hobbyfilmer den Werdegang der Geschehnisse für das Monument, das in der Plauener Innenstadt an den Beginn der Friedlichen Revolution erinnern soll. Am 7. Oktober wird es eingeweiht.

Wende-Denkmal-Projektleiter und Schulkamerad Wolfgang Sachs fragte im Frühjahr 2009 Helgert, ob er sich vorstellen könnte, alle Arbeiten auf Film festzuhalten. So entstand seit dem ein sehr umfangreiches Videotagebuch. "Ich habe inzwischen fünf Stunden Rohmaterial", sagt Helgert, der wichtige Ereignisse sogar ungeschnitten und vollständig mit der Kamera aufgezeichnet hat, wie beispielsweise das Kolloquium. "Jedes gesprochene Wort ist aufgezeichnet."

Dadurch Rudolf Helgert bei der ersten Großdemonstration 1989 in Plauen selbst dabei war, hat er ein besonderes Verhältnis zu den Ereignissen, sagt er.  Besonders im Blickpunkt hat der Hobbyfilmer bei seinen Aufzeichnungen auch Denkmal-Künstler Peter Luban. Von der Fertigung des Denkmals will der 67-Jährige einen zusätzlichen Film zusammenschneiden. Derzeit bastelt der Plauener an seinem Videoschnittplatz auch an einem Kurzfilm, der die bisherigen Ereignisse zusammenfasst.

 

Die Lust am Filmen hat Rudolf Helgert bereits seit 1958. Damals machte er seine ersten Erfahrungen mit einer noch geliehenen acht Millimeter Kamera. Mit einem Kumpel drehte er im Elstertal in der Nähe der Zellwolle seinen ersten kleinen Stummfilm. Das Hobby war damals noch recht teuer. Auf eine schwarz-weiß Filmrolle passten früher maximal vier Minuten. Das band kostete 9,60 Mark, erinnert sich Helgert. Der Film musste dann in die Kopieranstalt für Amateurfilmer nach Berlin geschickt werden. Nach vier bis sechs Wochen kam das Ergebnis erst wieder zurück. "Das war alles sehr mühsam." Nach der Wende rüstete der Plauener nach und nach seine Technik auf. Heute erstellt er auch kleine Filmchen für den Förderverein Parkeisenbahn Syratal. "Am meisten macht das Hobby mir Spaß, wenn alles so geht, wie ich das will", sagt Helgert.

Fast 120 selbstgedrehte Filme umfasst sein Archiv. Alles auch nochmals auf DVD gesichert. Vor allem zahlreiche Familienfilme seien darunter, so der 67-Jährige.