"Chrieschwitz ist wieder in"

Die AWG-Wohnungsgenossenschaft Plauen legt großen Wert auf den Servicegedanken und die Zufriedenheit ihrer Mieter. Dafür hat man sogar einen eigenen Bauhof.

Von Stephanie Rössel

Plauen "Die Ansprüche an die Wohnungen haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Deswegen haben wir bei Sanierungen mehr Wert auf offene Konzepte und mehr Platz gelegt. Die Grundrisse werden moderner gestaltet", sagt Günter Schneider, Vorstandsmitglied und verantwortlich für Wohnungswirtschaft und Technik.
4489 Wohnungen vermietet die AWG aktuell, davon sind rund 60 Prozent schon modernisiert. Diese Maßnahmen laufen auch aktuell noch planmäßig weiter, jedoch könnten in diesem Jahr die ersten Probleme auftauchen, da Firmen situationsbedingt teilweise Schwierigkeiten haben, Baumaterial zu beschaffen. Nach jedem Auszug wird dort vor der nächsten Vermietung mit der Modernisierung begonnen. Das sind entweder Teilsanierungen oder auch komplette Umbauten. Oft werden auch Wohnungen zusammengelegt, um mehr Fläche zu gewinnen. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Einbau von Aufzügen und der Barrierefreiheit. Sollte sich bei Mietern während der Wohnzeit ein Bedarf entwickeln, dass dort Veränderungen aufgrund des Alters oder plötzlicher Erkrankung notwendig sind, beispielsweise im Bad, dann wird versucht entsprechend zu reagieren. Eigens dafür gibt es einen Bauhof mit Handwerkern. Tischler, Maurer, Klempner, Maler und Fliesenleger können im Zweifel schnell reparieren oder langfristig Veränderungen vornehmen.
Dieses Team ermöglicht den Mietern also nicht nur bei Problemen schnelle handwerkliche Hilfe, sondern macht es auch der AWG einfacher, die Wohnungen entsprechend zu sanieren.
Aktuell verzeichnet die Genossenschaft einen Leerstand von elf Prozent. Begehrt seien die Bahnhofsvorstadt sowie die Innenstadt, aber auch Chrieschwitz liege wieder im Trend. "Die Wohnqualität hat sich dort verbessert. Das haben die Leute erkannt", sagt Schneider. Schwer zu vermieten sei hingegen in Haselbrunn. Dort müsse unbedingt investiert werden. Dabei setzt die AWG jedoch auch auf die Stadtverwaltung, die daran arbeiten müsste, den Stadtteil auch baulich aufzuwerten.
Für Mieter sei man jederzeit erreichbar. Lediglich den öffentlichen Kundenverkehr versuche man gering zu halten. Der Geschäftsbetrieb laufe normal weiter. Man setzt auf die Einhaltung der Regeln. Wohnungsbesichtigungen werden derzeit immer nur von einem Mitarbeiter und einem potenziellen Mieter vereinbart. Auf der Homepage könne man sich entsprechend vorinformieren. Mit speziellen Angeboten über soziale Medien seien Aktionen wie "eine Kaltmiete geschenkt" oder den "Stellplatz gratis" zu finden und sollen die Anmietung attraktiver machen.
"Unsere Wohnungen sind nach wie vor die Ziegelbauten aus den 60-Jahren und die typischen Plattenbauten, was aber ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auch in Hinsicht auf die Nebenkosten ermöglicht", erklärt die Vorstandsvorsitzende Carolin Wolf. Die AWG hat rund 40 Mitarbeiter und bildet auch Lehrlinge als kaufmännische Angestellte oder Handwerker aus.