Chrieschwitz: Dreck-Ecken neben Wohnqualität

Plauen - Dass so manches, was zu Zeiten der DDR gebaut worden ist stabiler sei als Neues, so die Bemerkung eines Anwohners des Plauener Wohngebiets Chrieschwitz.

Dort trafen sich Anfang der Woche Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer sowie Baubürgermeister Manfred Eberwein mit weiteren Vertretern der Stadt, der zuständigen Ämter, der WbG, der AWG und der Polizei, um gemeinsam mit den Bürgern eine Begehung vor Ort durchzuführen. Mehr als 30 Punkte wurden aus den zahlreichen Meldungen, die das Bürgerbüro im Vorfeld entgegennahm ausgewählt.

 

Der Platz sowie der Treppendurchgang am Netto-Markt lassen an Sauberkeit und Ordnung zu wünschen übrig. Zwar werde der Hausmeister täglich aktiv, nachts jedoch werde die Fläche regelmäßig verunreinigt. Die Treppe habe eine dringende Grundreinigung nötig, da sich der Schmutz dort bereits zu einer festen Schicht verhärte. Außerdem wirke der Durchgang besonders in der Dunkelheit bedrohlich. Größere Löcher, Risse in den Gehwegplatten sowie Frostschäden in der Straße, stört die Anwohner vor dem Ärztehaus an der Anton-Kraus-Straße. Das Tiefbauamt werde dort Maßnahmen ergreifen und ausbessern, versprach Oberdorfer.

 

Um eine ständige Einengung der Fahrbahn zu verhindern, legten Bürger nahe, den Straßenrand auf der Schinkel-Straße nur noch zum Be- und Entladen nutzbar zu machen und damit ein Parkverbot zu verhängen. Ordnungsamtsleiter Wolfgang Helbig sieht dies eher als zweischneidiges Schwert, möchte sich momentan weder dafür noch dagegen aussprechen. Als "chaotisch" sei die Situation vor der Montessori-Grundschule zu bezeichnen. Besonders zu den Hol- und Bringzeiten der Kinder sei dort der ganze Bereich durch wild parkende Autos verstopft. Bei einem Elternabend der Schule könnten Eltern nochmals darauf hingewiesen werden, regte die Stadt an. Außerdem habe ein Anwohner gehört, dass der angrenzende Wohnblock zugunsten einer Sporthalle weichen solle. Dies wurde durch Bernd Maychrzak von der AWG jedoch nicht bestätigt.

Neben einer Vielzahl von Schlaglöchern und dem allgemein schlechten Zustand einiger Straßen, wurde auch der ungepflegte Zustand einiger Grünflächen bemängelt. In Absprache mit Bernd Bandlow von der Abteilung Stadtgrün der WbG solle dort bis zur geplanten Einwohnerversammlung im Mai schon stellenweise Abhilfe geschaffen werden. Der Garagenkomplex am Friesenweg solle künftig besser beleuchtet werden, da es bereits mehrere Einbrüche gegeben habe. Eine Öffnung des still gelegten Parkplatz nebenan werde es jedoch nicht geben, da jede Fläche auch unterhalten werden müsse und im Wohngebiet ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden seien. Ein zusätzlicher Papierkorb werde wie von den Anwohnern gewünscht, in der Nähe des Spielplatzes an der Hufeland-Straße aufgestellt, entschied Peter vom Hagen, Leiter der Gebäude- und Anlagenverwaltung spontan.

 

Neben verstärkter Kontrolle von verunreinigten Iglu-Standplätzen solle vor allem die Entfernung des Sofas im Gebüsch am Fußweg zwischen Pawlow- und Gelbke-Straße angeordnet werden, notierte sich Umweltamtsleiterin Dr. Ilona Gogsch. Die Liste der auszubessernden Gehwege und Straßen wurde für die Leiterin des Tiefbauamtes, Kerstin Schicker, innerhalb der zwei Stunden länger und länger. Einige der genannten Punkte seien sowieso bereits für das Frühjahr vorgesehen.

Die Polizei wurde gebeten, ein Auge auf die abendlichen Gelage mancher Jugendlicher zu werfen, die nicht nur Müll einfach liegen lassen, sondern oft auch erheblichen Krach verursachen würden. Doch auch schöne Ecken mit Wohnqualität, seien mittlerweile durch Rückbau geschaffen worden. Ein weiterer Abriss ist für dieses Jahr geplant. Nach der Schinkel-Straße 1-3 gäbe es vorerst weder seitens der WbG noch der AWG weitere Abrissplanungen. Konkretere Angaben und ein Resümme bekommen die Anwohner am 11. Mai zur Bürgerversammlung mit Auswertung der Ortsbegehung. S. Rössel