China-Investor für Enka Elsterberg ist abgesprungen

 

Schlechte Nachricht von der Elsterberger Enka: "Der Investor aus China ist abgesprungen. Damit sind die Messen gelesen: Die Entsorgung des Viskoseherstellers beginnt Anfang des neuen Jahres. Dann wird das Werk auf Null runtergefahren", sagt Bürgermeister Volker Jenennchen.

Betriebsrats-Chef Klaus Wirth ist nicht so pessimistisch: Eine Galgenfrist bis Anfang des Jahres bleibe, sagt er. Doch Bürgermeister Jenennchen ist anderer Meinung: "Ich weiß nicht, wo Herr Wirth den Optimismus hernimmt: Es gibt keinen Investor mehr." Den Gläubigerausschuss, dem beide Männer und zudem Arbeitsamts-Chefin Helga Lutz angehören, erreichte am Dienstag ein Schreiben mit der Absage der Chinesen. Deshalb hat sich der Ausschuss laut Jenennchen mit dem Insolvenzverwalter geeinigt, das Werk herunterzufahren.

Noch vor Weihnachten soll der Vertrag mit einer Spezialfirma geschlossen werden. Jenennchen spricht von einem Vertragsumfang von zwei Millionen Euro. "Es gibt nicht viele Firmen in Deutschland, die das können. Der Insolvenzverwalter hat Kostenangebote von dreien abgefordert, zwei stehen zur Wahl."

Zur Zeit befinden sich die Enka noch in Bereitschaft wegen der gefährlichen Chemikalien wie Natronlauge, Schwefelsäure und feuergefährlichen Kohlenschwefelstoffs: "Die Bereitschaft kostet pro Monat 250 000 Euro und geht der Insolvenzmasse verlustig", sagt Jenennchen, der aufmerksam macht auf die persönliche Haftung der Mitglieder des Gläubigerausschusses. Die Elsterberger Enka mit einstmals 380 Beschäftigten wurde von den Enka-Chefs in Wuppertal geschlossen - zugunsten eines Werkes im bayrischen Obernburg bei Aschaffenburg. Seit dem Beschluss wird weltweit nach Investoren gesucht.

 

Von Uwe Färber