Chefarzt-Wechsel und Jubiläum

Das Bethanien-Krankenhaus in Plauen feierte gestern sein 25. Jubiläum in neuer Trägerschaft. Ein würdiger Anlass, um den bisherigen Ärztlichen Direktor in den Ruhestand zu verabschieden und seinen Nachfolger willkommen zu heißen.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Fast 23 Jahre war Dr. Karl-Heinrich Ahrens Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie und gleichzeitig Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bethanien, bevor er am 31. März in den Ruhestand ging. Dr. Ahrens werde aber weiter als Belegarzt im Bethanien arbeiten und im HNO-Zentrum Hof mit seiner Frau praktizieren, sagte gestern Michael Veihelmann, Theologischer Geschäftsführer der Bethanien Krankenhaus gGmbH Chemnitz, zu der seit 1994 der Standort Plauen gehört. "Da zu dieser Zeit auch der Fachbereich HNO vom Vogtland-Klinikum an das Bethanien überging, war Dr. Ahrens als Chefarzt jener, der die Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in unserem Haus aufbaute", lobte Veihemann die Arbeit des scheidenden Ärztlichen Direktor, der in Dr. Basel Al Kadah einen würdigen Nachfolger gefunden habe. Der 49-jährige gebürtige Syrer, der in Damaskus sein Medizinstudium mit dem amerikanischen Staatsexamen abschloss - "ich wollte eigentlich nach Amerika" - lebt seit 1997 in Deutschland. An der Uni-Klinik in Homburg/Saar hat er seine HNO-Facharztausbildung abgeschlossen, ging für zwei Jahre als Oberarzt in die Uni-Klinik Marburg, spezialisierte sich auf plastische Operationen und baute das Allergiezentrum Hessen mit auf, bevor er 2008 nach Homburg/Saar zurückkehrte. Dort arbeitete er bis dato als geschäftsführender Oberarzt an der HNO-Klinik und -Poliklinik und war Leiter der Rhinologie und Allergologieabteilung der Universitätsklinik des Saarlandes. "Nach 20 Jahren an Uni-Kliniken habe ich nach einer beruflichen Veränderung gesucht, mich auf die Ausschreibung des Bethanien Krankenhauses beworben und fühle mich schon jetzt nach zwei Wochen hier wie zu Hause", sagt der 49-Jährige und verrät auch, dass er zwei Zusagen anderer Kliniken ausgeschlagen habe. 
 Sieben Bewerber habe es nach Aussage von Betriebsdirektor Andreas Lehrl auf die Ausschreibung gegeben,, vier seien in die enger Auswahl gekommen. Die Entscheidung fiel für Dr. Al Kadah, der in Einzelgesprächen und vor allem am 15. Oktober bei drei richtig schwierigen OPs - "es war eine wahre praktische Prüfung" auf Herz und Nieren geprüft wurde. 
 Der neue Chefarzt und Ärztliche Direktor ist des Lobes voll von dem Bethanien Krankenhaus in Plauen. "Es ist mit 10 Ärzten und fünf Anästhesisten eine vollwertige HNO-Klinik mit modernster Ausstattung und hoch motiviertem Personal. Das Einzugsgebiet mit rund 350 000 Einwohnern in Sachsen, Thüringen und Bayern garantiert genügend Arbeit und Vielfalt. Das Krankenhaus hat einen guten Ruf und ist beliebt bei den Patienten", sagt Dr. Al Kadah und auch, dass er dennoch Potenzial sehe, weiter zu gestalten: "Wichtig ist mir die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Vogtland-Klinikum und dem Sana-Klinikum in Hof, aber auch mit den niedergelassenen Ärzten. Und ich spüre, dass Visionen willkommen und wir gemeinsam ein Team sind. Ich fühle mich auch deshalb schon nach den zwei Wochen hier zu Hause." Der 49-Jährige hat in Deutschland nicht nur promoviert und habilitiert, sondern sich auch beständig auf neue Teilgebiete spezialisiert. Erst am Freitag habe er sein Master im Gesundheits- und Sozialmanagement abgeschlossen, verriet er beiläufig und auch, dass er einst mal wie sein älterer Bruder Kieferorthopäde werden wollte. "Aber HNO bietet viel mehr", weiß er heute.
 Dr. Al Kadah ist verheiratet und Vater von vier Kindern zwischen sieben und 16 Jahren. Seine Frau ist Saarländerin und von Beruf Diätassistentin. Die Familie lebt noch in Homburg. Er sei Moslem "aber kein strenger" und offen für alles. Für das Bethanien Krankenhaus spiele die Konfession keine Rolle, wohl aber die Werte, die im Haus gelebt werden, sagte Veihelmann. 
 Beim Rückblick auf 25 Jahre erinnert Andreas Lehrl an die Anfänge der neuen HNO-Klinik. "Die 1000 stationären Patienten von damals haben sich heute auf 2000 verdoppelt. Hinzu kommen noch 1000 Patienten in der Beleg-Chirurgie. 3500 Patienten werden hinzu ambulant behandelt. 70 beschäftigte gibt es am Standort, in dem in den vergangenen Jahren in das neue Bettenhaus und den OP-Neubau rund sieben Millionen Euro investiert wurden, über fünf Millionen aus Eigenmitteln. Im nächsten Jahr soll eine weitere Million Euro in neue Technik und neu strukturierte Räume der Zentralsterilisation fließen.