Chefarzt gibt Dr. Brenner frei

Mit einer unterhaltsamen Reise in die Welt der humorvollen Kleinkunst erfreute der Schauspieler Michael Trischan im König Albert Theater.

Von Steffen Adler

Bad Elster "Es ist ein Zusammenschnitt aus meinen insgesamt sechs Programmen", kündigte der unter anderen als Pfleger Hans-Peter Brenner aus der TV-Serie "In aller Freundschaft" bekannte Schauspieler die Präsentation seiner ausgewählte Satiren und Gedichte an, die er unter anderen von Joachim Ringelnatz, Ephraim Kishon, Amelie Fried, Lotte Kühn und Elke Heidenreich vortrug.
"Am Wochenende ist die Sachsenklinik geschlossen und der Chefarzt hat mir freigegeben, weil er meinte, ich müsste doch wieder mal nach Bad Elster", erntete Trischan gleich zu Beginn viel Gelächter. Mit viel Komik und humorvollen Befindlichkeiten aus alltäglichen Situationen, die von ihm brillant vorgetragen wurden, folgten regelrechte Lachsalven in den Reihen der Zuschauer. So zum Beispiel zur Geschichte "Salzstangen sind meine Lieblingsspeise", die von einer Einladung zum Dinner erzählt, wo es zunächst augenscheinlich statt Truthahn nur Erdnüsse und Salzstangen zu geben scheint, und nach übermäßigem Genuss selbiger zum Stillen des Hungers dann ganz unerwartet doch noch zum Buffet geladen wird oder auch zum Klauer der pubertierenden Tochter, deren Zahnspange plötzlich das ganze Familienleben verändert.
Ebenso erheiterten zwischendurch kurze Witze und Gedichte, wie zum Beispiel "Ich hab dich so lieb" von Joachim Ringelnatz mit der spaßigen Pointe: "Ich lache. Die Löcher sind die Hauptsache an einem Sieb. Ich hab dich lieb." Ebenso lachten die Zuschauer über den Sohn, der seinen Vater zum Besuch im Spaßbad erpresst, bei dem das Familienoberhaupt das "verseuchte Wurstwasser" tunlichst vermeidet, aber dann völlig ungewollt als Badegast in der "Hühnerbrühe" einer albernen Mädchengruppe landet. Ganz in der Gunst der Zuschauer stand auch die weihnachtliche Posse "Der Baum nadelt", die von Familie Breitling erzählt, welche vom Nadeln des geschmückten Baumes derart schockiert ist, dass nicht nur Freunde und neugierige Bekannte, sondern sogar die Presse und schließlich letztlich auch ein zu Hilfe gerufener Professor vom Botanischen Institut zum Weihnachtsfest vorbei kommt, und in dem Augenblick der Baum aufhört zu nadeln. Für besondere Höhepunkte im Programm sorgten außerdem die von Trischan wunderbar zitierten Dialoge wie "Licht abschalten und Atmung einstellen!" sowie "Gott sei Dank, sie sind nicht zuhause!" von nervigen Nachbarn, die sich ständig gegenseitig besuchen, aber das eigentlich gar nicht wollen sowie der humorvollen Anleitung zur deutschen Sprachkunst der Imperativstapelei von Hans Weigel, unter anderen mit den witzigen "Puccini": "Putsch i nie, putschst du nie, putscht er nie." und "Ge-heim-Polizei" sowie "Lieb-reiche Mädchen". Am Ende erntete Michael Trischan, der musikalisch mit schwungvollen Melodien von Reiner Schott am Klavier begleitet wurde, langen Applaus von den Zuschauern.