Chance für den Neustadtplatz?

Neue Regelung in puncto Parken in der Innenstadt - der Stadtrat hat endlich einen Beschluss gefasst. Vom Tisch ist das Thema damit allerdings noch lange nicht.

Von Mario Wild

Plauen - Ein wahres Wort zur rechten Zeit: "Ohne Satire geht dieses Thema nicht", sagte CDU-Stadtrat Ingo Eckardt und trug passend zur Sitzung am Faschingsdienstag eine Büttenrede zum Parkraumkonzept vor, die die Ereignisse der vergangenen Monate zusammenfasste. Da kam einiges zusammen. Denn mittlerweile seit Herbst 2017 beschäftigen sich diverse Ausschüsse mit diesem Thema - und werden es weiterhin tun. Und das, obwohl die Vorlage der Stadtverwaltung mit 30 Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen akzeptiert wurde. Diese sieht vor, dass die Gebühren in der Zone 3 - dazu gehört auch der Neustadtplatz - gesenkt werden. Die erste Stunde kostet einen Euro, jede weitere nur noch 50 Cent. Ein Tagesticket ist künftig für vier Euro zu haben. Damit soll die Auslastung der Parkflächen verbessert werde, die unter 20 Prozent liegt. Leicht angehoben werden die Preise für die Kombitickets, mit denen der Öffentliche Nahverkehr benutzt werden kann. Und es wird etwa 45 gebührenfreie Parkplätze mehr geben an der Dobenaustraße zwischen Mylius- und Karlstraße. Wann genau die Änderungen in Kraft treten, steht nach Auskunft der Pressestelle noch nicht fest - die entsprechende Satzungsänderung müsse ebenfalls erst beschlossen werden. 
Das Parken in der Innenstadt wird die Stadträte auch künftig beschäftigen. Keine Entscheidung gab es nämlich in Sachen "Brötchentaste" (15 Minuten frei) oder über die Verlängerung der Höchstparkdauer in der City von zwei auf vier Stunden. Nach dem erneuten Austausch der hinlänglich bekannten Argumente, wurde das Ganze in die Fachausschüsse überwiesen. Diese sollen spätestens im Vorfeld der Haushaltsdebatte 2020 darüber befinden. Ursprünglich wollte die CDU-Fraktion zumindest in Sachen Verlängerung der Parkzeit sofort abstimmen lassen, schloss sich dann jedoch dem Antrag der Linken an. 
"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", so wohl die Hoffnung der Befürworter der sogenannten "Brötchentaste", die seit einem Jahrzehnt in der Spitzenstadt kurz existierte oder immer wieder "herumgeistert". CDU-Stadtrat Tobias Kämpf betonte nicht zuletzt den "Marketingeffekt". Hingegen bezweifelte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer deren Sinnhaftigkeit. "In Plauen kann man für zehn Cent sechs Minuten parken. Zeigt mir Städte, die das anbieten". Fortsetzung folgt - Ausgang offen. 
Einig waren sich die Stadträte darin, dass alles getan werden sollte zur Stärkung des Handels und zur Belebung des Stadtzentrums. Dazu gehört mehr, als schier endlos über Parkgebühren zu debattieren, monierte SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch. "Es fehlen Visionen, um die Attraktivität der Innenstadt zu stärken. Es reicht nicht, stundenlang über 10 oder 20 Cent zu diskutieren". 
Die Büttenrede von Stadtrat Eckardt, die am Vortag der Sitzung entstand, stieß im Gremium keinesfalls auf taube Ohren. Oberbürgermeister Oberdorfer bat, diese - trotz einiger inhaltlicher Differenzen - als Ergänzung ins Sitzungsprotokoll aufzunehmen. Baubürgermeister Levente Sárközy hatte in dieser Angelegenheit eine Bitte an die Stadträte: "Ich hoffe, dass sie nicht verlangen, künftige Vorlagen in Reimen zu fassen". Bitte stattgegeben.