CDU-Stadtrat tritt als Einzelkandidat an

Jetzt ist es offiziell: CDU-Stadtrat Ingo Eckhardt will Oberbürgermeister von Plauen werden. Er wirft seinen Hut in den Ring - als Einzelkandidat. Warum tut er das?

Von Mario Wild

Der Kauschwitzer Ortsvorsteher Ingo Eckardt möchte Plauener Stadtoberhaupt werden. Am Freitag gab der 49-Jährige seine Kandidatur im Hotel Alexandra offiziell bekannt. Als Einzelkandidat benötigt er 160 Unterstützerunterschriften, die nach jetzigem Stand der Dinge ab 23. Februar im Bürgerbüro geleistet werden können.


Seit 2014 spiele er mit dem Gedanken, sich um das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben - über lange Zeit habe er Ideen gesammelt, die er als Stadtchef verwirklichen will. Diese seien in den vergangenen Monaten auch in Gesprächen mit rund 30 Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen geboren worden. "Das war nicht immer einfach in Corona-Zeiten", gibt Eckardt zu. Herausgekommen sind 20 Kernpunkte unter dem Motto "Zuhören-Verstehen-Handeln - mit Herz für unsere Heimatstadt". Dazu zählt die offensive Werbung um Ansiedlung mittelständischer Unternehmen durch eine neue Aufstellung der Wirtschaftsförderung. Gesteigert werden soll auch die Einwohnerzahl - durch Ansiedlung von Familien und Fachkräften. "Wir haben derzeit eine Infrastruktur, die auf 100.000 Einwohner ausgerichtet ist", so der Kauschwitzer. "Plauen muss als fünftgrößte sächsische Stadt mehr an Bedeutung gewinnen", fügt er hinzu.


Zudem müsse die Barrierefreiheit in der Stadt verbessert werden. Um die Familien-und Kinderfreundlichkeit zu steigern, spricht sich Eckardt für eine Eisbahn am Areal der Freizeitanlage Syratal aus. "Die Idee gibt es seit Jahren. Bisher fehlte es an klugen Ideen, das Projekt umzusetzen". Die Verwaltung solle transparenter werden, regelmäßige Bürgermeister-Sprechstunden abgehalten werden.


Weiterer Punkt: Bürgerstolz stärken und entwickeln - und das frühzeitig durch generationsübergreifende Identitätsprojekte in Kita und Schulen. "Die Plauener sollen ihre Stadt im Herzen haben", wünscht sich der Kandidat.

"Ich bin ein Mensch, der gut vernetzt ist und Klartext redet", so Eckardt. Mit den Plauenern wolle er seine Ideen diskutieren. Sein Wunsch: ein Sieg im ersten Wahlgang.


Seine Tätigkeit als Pressesprecher der CDU-Fraktion lässt Ingo Eckardt vorerst ruhen. Darum habe ihn eine Mehrheit der Fraktion gebeten. Im Herbst unterlag der 49-Jährige in einer Kampfabstimmung Bürgermeister Steffen Zenner, als es um die Kandidatenaufstellung ging. "Trotzdem bleibt die CDU meine politische Heimat", betont Ingo Eckardt. Auch "eine konservativ-wertorientierte" Politik sollte in Plauen betrieben werden. Ob er in einem möglichen zweiten Wahlgang antrete, wolle er nach dem Ergebnis des ersten Urnengangs entscheiden.


Neben Ingo Eckardt hatten Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) und Silvia Queck-Hänel (parteilos) ihre Kandidatur bekanntgegeben. Amtsinhaber Ralf Oberdorfer tritt nach 21 Jahren nicht wieder an.