Casino Plauen leidet unter enormen Umsatzrückgang

Es hat sich ausgespielt. Ab März nächsten Jahres gilt für das Plauener Spielcasino der Spruch "Rien ne va plus" (Nichts geht mehr, wenn das Feld auf der Rouletteplatte bestimmt ist) im wahrsten Sinn des Wortes. Dann wird nicht mehr bei den "Einarmigen Banditen" an denselben gezogen und die anderen Automaten können auch abtransportiert werden.

 

Das Spielcasino Plauen macht nach fast zwölf Jahren Betrieb dicht. "Die Umsatzzahlen sind in einer Größenordnung zurückgegangen, dass die Kosten für unsere Plauener Einrichtung höher als die Einnahmen sind" sagt Wolfgang Bildstein, Geschäftsführer der Sächsischen Spielbanken GmbH in Leipzig.

"Die Kundschaft kommt in unser Casino rein, sieht, dass man nicht rauchen darf, dreht sich um und geht", hat Bildstein als einen Hauptgrund für den steten Umsatzrückgang ausgemacht. Das Nichtraucher- schutzgesetz des Freistaates verbiete für Spielbanken generell das Rauchen. Doch gerade dieses Ritual, mal beim Zocken eine Zigarette anzuzünden, gehöre für viele Spieler einfach dazu, weiß Bildstein. Die Kunden wüssten sich zu helfen, sie wandern einige Meter weiter in die nächste Spielhalle, so der Spielbankbetreiber. "In der darf geraucht werden", weiß Bildstein.

Der Unternehmer habe nichts gegen das Nichtrauchergesetz an sich, aber dass das Parlament bislang keine Alternativmöglichkeiten wie Nebenräume, Rauchersalons und anderes für Spielbanken eingeräumt habe, das habe ihm das Geschäft ruiniert, zeigt er sich überzeugt. Die Gesellschaft betreibt unter der Aufsicht des Freistaates weitere Einrichtungen in Görlitz, Chemnitz, Leipzig und Dresden. "Die haben auch unter Rückgängen zu leiden, die aber nicht so ausfallen wie in Plauen", erläutert Bildstein. Die Vogtlandstadt sei eben etwas kleiner und die Banken in Bad Steben und im nahen Tschechien ziehen ebenfalls Publikum ab.

Auch für die Stadt Plauen wirkt sich die baldige Schließung in Sachen Finanzen ungünstig aus, hat das Casino doch die vergangenen Jahre ordentlich Steuern in die Kasse der Stadtkämmerei gespült.  "Mit 20 000 Euro im Jahr haben wir arbeiten können, nun gibt es für 2010 nur noch den Monat Januar und Februar dazu", sagt Kämmerin Ute Göbel. "Es ist immer bedauerlich für eine Stadt, wenn Betriebe und Unternehmungen aufgeben müssen", so Göbel. Bis Ende Februar laufe der Betrieb wie gewohnt weiter, versichert indes der Casinochef. "Wir haben weiter täglich ab 16 Uhr geöffnet." Ab März 2010 aber ist der Arbeitsplatz für sechs Angestellte des Spielcasinos Geschichte, doch die Mitarbeiter sollen anderweitig unterkommen", möchte Bildstein den Mitarbeitern die Angst vor einer ungewissen Zukunft nehmen.