Cannabis im Kommen

Angesichts steigender Zahlen von Drogen konsumierenden Jugendlichen wird eine zeitige Aufklärung über die Gefahren immer wichtiger. In der Dittes Oberschule wird in dieser Woche viel auf Prävention gesetzt.

Von Gabi Kertscher

Plauen - Gestern las Petra Höpfner aus ihrem Buch. Ihr Sohn war Crystal abhängig und die Mutter hat ihre Erfahrungen niedergeschrieben und veröffentlicht. Maria Autiero und Marian Muß sind Suchtberaterinnen im Diakonischen Beratungszentrum Vogtland. Sie sprachen mit den Schülerinnen und Schülern der siebten und achten Klassen über legale und illegale Drogen. Jährlich holen sich bei ihnen rund 1800 Betroffene, Angehörige und Freunde Hilfe. Die Zahl sei in den letzten Jahren gleichbleibend. "Wir sind aber auch am Limit angelangt." Beratungsstellen gibt es in Plauen, Auerbach, Oelsnitz und in Markneukirchen. Hier sei ein Problemgebiet, wahrscheinlich durch die Grenznähe, vermutet Maria Autiero. Der Chrystalkonsum sei im Moment etwas zurückgegangen, dafür steige der Konsum von Cannabis. Sie wies aber auch darauf hin, dass es eine große Zahl Konsumenten gäbe, die noch nicht zur Beratung gegangen sind. In die Dittes Oberschule hatten die beiden Nachbildungen von Drogenbriefchen mitgebracht. In der Gesprächsrunde zu den illegalen Drogen sprach Marian Muß nur mit den Jugendlichen. Selbst die Biologielehrerin musste vor der Tür bleiben. Man wolle das Vertrauen der Teenager erlangen und sie sollen ohne "Beobachtung" durch Erwachsene frei über eventuelle Erfahrungen sprechen.
Maria Autiero wurde von Christian W. begleitet. Der heute 38-Jährige berichtete, dass er seit neun Jahren "trocken" ist. Bereits mit 13 Jahren hat er mit dem Bierkonsum begonnen - am Ende war es ein Kasten täglich. Keine Arbeit, kein Führerschein und ein Leben, das selbst ihm nicht gefiel. Der Maurer hat es geschafft und gibt seine Erfahrungen nun an junge Leute weiter. Sie erfuhren, teils spielerisch, dass selbst die beliebte Mon Chéri und die Weinbrandbohnen erst ab 18 Jahren verkauft werden dürfen. "Sie enthalten hochprozentigen Alkohol." 
Die meisten der anwesenden Achtklässler hatten schon einmal mit Alkohol Bekanntschaft gemacht und waren von dessen Wirkung auf das gesamte Organsystem überrascht. "Wenn man dann jemanden hört, der so etwas alles durch hat, das ist schon krass", äußerte sich nach den Präventionsstunden einer der Jugendlichen.