Camper in der Innenstadt willkommen

Altgediente Stadträte glauben sich zu erinnern, dass die Errichtung von Caravanstellplätzen im Bereich Auenstraße/Neustadtplatz schon vor über zehn Jahren erstmals im Gespräch war. Nun fand die vermeintliche Neverending-Story einen Abschluss.

Von Torsten Piontkowski

Plauen Es sei für ihn heute ein guter Tag, fasst SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch seine Gefühle zusammen, als die Stadträte am Dienstag einstimmig die Errichtung eines solchen Standplatzes beschlossen hatten. Stubenrauch gehört zu jenen, der den Stein schon vor vielen Jahren versucht hatte ins Rollen zu bringen - doch irgendwie blieb dieser Stein auf den Fluren der Stadtverwaltung dann doch immer wieder liegen.
Nun also fasste Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer eingangs den Sachstand zusammen: Im Bereich Auenstraße/Neustadtplatz sollen acht Caravanstandplätze errichtet werden. Die Stadt habe das Grundstück erworben, 300.000 Euro sind dafür in den Haushalt eingestellt. Streitpunkt sei lediglich die Frage gewesen, wie viel Erschließung man sich leisten wolle. Unstrittig sei die Versorgung mit Wasser, Strom sowie Entsorgung. Diskurs herrschte in den damit befassten Ausschüssen bisher ob der Toilettenlösung. Nun, so Kulturbürgermeister Steffen Zenner, habe man eine gefunden, die den Intentionen des Stadtrates entspreche. In vier Punkten lässt sich zusammenfassen, wofür die Verwaltung nun grünes Licht erhielt. Besagte acht Stellplätze, einschließlich Ver- und Entsorgestation werden errichtet und die dafür nötigen Fördermittel - bestenfalls in Höhe von 80 Prozent - beantragt. Bis spätestens III. Quartal wird dem Stadtrat ein damit verbundenes Betreiberkonzept vorgelegt. Gleichzeitig erfolgt die Vorplanung für eine Toilette in Fertigteil- oder Massivbauweise in direkter Nähe zu den Caravanstellplätzen. Auch hier gilt das III.Quartal als Termin, den Stadträten die Folgekosten darzulegen. Als Multifunktionslösung wird es eine Sanitäranlage mit zwei getrennten Bereichen und Eingängen für Camper und die öffentliche Nutzung geben, also für Touristen, die mit Reisebussen auf dem Neustadtplatz ankommen.
Es sei viel zu lange gemauert worden, fand CDU-Stadtrat Ingo Eckardt klare Worte der Kritik an der Verwaltung. Seiner Meinung nach fehle es nach wie vor an Transparenz vor dem Hintergrund, dass 20.000 Euro für die Planung bereits im Vorjahr in den Haushalt eingestellt worden seien. Knappe Antwort des OB: Werden Mittel nicht eingesetzt, dann werden sie ins nächste Haushaltsjahr übertragen. Zudem plädierte Eckardt für einen gehobenen Standard des Sanitärtraktes, der auch Duschmöglichkeiten beinhalten sollte.
In jedem Falle könnten die Caravanstellplätze im Frühsommer kommenden Jahres zur Verfügung stehen.