Caféhaus Trömel in Plauen feiert Jubiläum

Plauen - Das Caféhaus Trömel am Klostermarkt feiert 90-Jähriges mit einer kleinen, feinen Festwoche.

 

"Kaffeeee?" Flott und freundlich im Vorübergehen fragt die Chefin vom Caféhaus Trömel Katrin Feitisch den Stammgast, der froh und gut aufgelegt mit "ja, wie immer" antwortet und derweil entspannt in der Zeitung blättert. Schnell geht es die anderen Kundenwünsche weiter zu tragen. Kuchen werden portioniert, die heiße braune Köstlichkeit fließt frisch gebrüht in Litermenge, und in der Küche eine Etage höher glühen der Herd und die Köche gewissermaßen um die Wette.

Die Gastwirtin hat in diesen Tagen allerhand zu tun. Zum insgesamt 90-jährigen Bestehen der ehrwürdigen Adresse, bietet sie, ihr Mann Matthias und ihre kleine Mitarbeitermannschaft ja auch mehr als sonst: Die Festwoche mit Programm soll die Geschichte des berühmten Trömel würdigen. Da gibt es den Tanztee mit Musik und der Verlesung der Festzeitung für das Lokal, ein nostalgisches Schlemmerbuffet wird aufgefahren und zum Abschluss am 9. November wird ein Musiktrio des Vogtlandtheaters für einen herrlich nostalgischen Nachmittag sorgen.

Im Lokal lässt es sich indes ruhig und leger Kaffeehauskultur leben, leise säuselt alte Musik im Hintergrund, die Kuchengabeln klappern beim Essen auf das Geschirr, die Torte mundet, der Blick schweift über die zahlreichen alten Fotos an den Wänden, vorbei an ein paar echten Möbeln aus der Anfangszeit und auf die Kupferbüste an der Treppe, die den Emil darstellt. Die Wirtin schaut öfters auf den strengen Mann mit Schnurrbart. Mensch Emil, schon 90 Jahre sind wir alt, mag sie zu ihm sagen.

90 Jahre? Ist da nicht rechnerisch etwas falsch? Gar nicht, sagt die 42-jährige Gastronomin in einer kleinen Verschnaufpause. Sie rückt dabei ihr historisch anmutendes Serviererinnenkostüm zurecht, inklusive einer Haarkrone aus weißer Spitze, die auch die andere Dame im Service, Rosalie Zimmermann, trägt. Auch die Brosche an der Bluse sitzt. "70 Jahre bekam das alte Trömel zusammen, 1950 musste der damalige Chef Otto Trömel aufgeben", erzählt Katrin Feitisch. Das geschah, weil er den Laden an die damalige HO verkaufen musste, der Verstaatlichung folgte die Schließung. Lange Jahre war der berühmte Name aus dem Plauener Alltagsleben verschwunden.

 

Anfang der 1990er dann gelang es doch tatsächlich Bernd Ebert (dem Vater von Katrin) ein neues Café Trömel am Klostermarkt zu eröffnen. Der Plauener hatte viele Erinnerungsstücke, Originalgegenstände, Dokumente und Fotografien des alten Hauses gesammelt und mit der Genehmigung der Nachfahren der Trömels dem Haus zur nun zweiten Epoche verholfen. "So, das ist 20 Jahre her, also 90", meint Katrin Feitisch lächelnd. "Noch einen Kaffee?" Die Wirtsleute und ihre Mitarbeiter hoffen auf die nächsten guten Jahre. "Die Zahl 100 das wäre ja etwas", meint Katrin Feitisch, die in ihrem Café zu Hause ist und ihre Gäste auch so behandelt, als säßen sie bei ihr in der guten Stube. Und in der Tat, im hinteren Teil des Lokals kann man sogar auf einem gemütlichen Plüschsofa Platz nehmen.