Bus und Schule im Vogtland bald im Takt?

Der ÖPNV Vogtland tüftelt an einer Schulbuslinie, mit der alle Kinder das Plauener Diesterweg-Gymnasium zu akzeptablen Zeiten erreichen können.

Auerbach/Plauen - Er erbete sich aber noch eine Zeit von 14 Tagen, um die Schulbus-Variante auf den Prüfstand zu stellen, sagte am Montag zur ÖPNV-Verbandsversammlung Thorsten Müller, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vogtland (VVV). Betroffen sind rund 25 Kinder aus Oberlosa, Unterlosa, Stöckigt sowie Fröbersgrün, die am frühen Morgen das Diesterweg-Gymnasium oder die Dittes-Mittelschule in Plauen erreichen müssen. Seit Schuljahresbeginn startet der Unterricht statt 7 nun 7.30 Uhr. Beschlossen hatten das die Schulleitungen mit den Eltern im vorigen Winter.

Länger schlafen ist aber für die betroffenen Schüler trotz späterem Schulanfang nicht drin. Würden sie in den "späten" Bus um 6.53 Uhr in Unterlosa einsteigen, kämen sie zum Unterricht zu spät. Also steigen die Kinder so früh in den Bus, dass sie rund 45 Minuten vor Unterrichtsbeginn vor der Schule stehen. Diese lange Wartezeit erzürnt die Eltern dieser Kinder. "Wir hoffen auf eine baldige Lösung. Schließlich weiß der ÖPNV schon lange Bescheid über die veränderten Unterrichtszeiten. Dass sich Kinder bei einem späteren Schulbeginn besser konzentrieren können, ist medizinisch bewiesen. Deshalb sollte sich der ÖPNV nach dem Wohl der Kinder richten und nicht die Kinder nach den Fahrzeiten des ÖPNV", sagt Ingo Eckardt, Vize-Elternsprecher am Diesterweg-Gymnasium.

Er wünscht sich, dass der Bus beispielsweise von Unterlosa bis zur Siegener Straße durchfährt - dann müssten die Kinder nicht in der Südvorstadt und am Tunnel zweimal in die Straßenbahn umsteigen und kämen im "späten" Bus schneller an die Schule. Die Betroffenheit mancher Familien sei gegeben, allerdings betreffe es gemessen an allen Schulbus-Kindern im Vogtland nur einen geringen Prozentsatz, dem der ÖPNV nicht gerecht werden könne, so VVV-Chef Müller und Landrat Tassilo Lenk unisono.

"Alles, was wir tun, ist satzungskonform", beruft sich Müller auf die Schülerbeförderungssatzung. "Wir können vieles versuchen, was aber nicht geht, ist, die Schüler von zu Hause abholen", so Lenks Antwort auf manche Eltern-Kritik, der Weg vom Wohnhaus zur Bushalte sei zu lang. Hier setzt man auf den Fahrdienst von Eltern, Oma oder Opa. Für jeden gefahrenen Kilometer gibt es 40 Cent zurück, verspricht Müller. Der ÖPNV-Verband regte an, dass sich Schulen, ehe sie die Unterrichtszeiten verändern, mit dem ÖPNV über machbare Buszeiten beraten. cze