Bus brennt aus - Kinder gerettet

Glück im Unglück für 41 Auerbacher Goethe-Gymnasiasten: Als Mittwochnachmittag ihr Reisebus auf der A 72 bei Pirk völlig ausbrannte, konnten sich alle retten. Keiner ist verletzt. Das Reisegepäck verbrannte.

Pirk/Auerbach - "Ich wollte einfach nur raus", sagt Janina, eine von 41 Achtklässlern, die zusammen mit zwei Lehrern in dem Unglücksbus saß. Am Vormittag bestiegen 79 Schüler aus dem Vogtland in Nürnberg zwei Reisebusse des bayrischen Busunternehmens Mörlein. Nach der dreitägigen Abschlussfahrt sollte es zurück nach Auerbach gehen. Einen Zwischenstopp hat es noch im Rundfunkmuseum Fürth gegeben, dann noch eine Mittagspause, ehe sich die Achtklässler entspannt - oft mit Kopfhörern und MP 3-Playern ausgestattet - im Sitz zurücklehnten. Dann, kurz nach 15 Uhr, nahe der Autobahnabfahrt Pirk, passierte es: "Ich saß vorn. Auf einmal schrien die Klassenkameraden, die hinten saßen: ,Raus, raus!' Dann wurde es ziemlich hektisch. Von hinten her kam dicker Rauch. Das Mädchen, das neben mir saß, hat mich fast vom Sitz geschubst. Und dann sind wir durch die Türen raus", erzählt Janina.

Zuvor sei der Busfahrer ausgestiegen und habe versucht, den Brand per Feuerlöscher zu bekämpfen. Als die Kinder der Klassen 8 3 und 8 1 draußen standen, konnten sie nur noch zusehen, wie der Bus innerhalb von Minuten völlig ausbrannte - inklusive aller Reisetaschen der Kinder. Auch die Fahrbahn habe zu brennen angefangen. Janina selbst konnte nur ihre Kopfhörer und ein kleines Täschchen im Handgepäck retten. Das Handy habe sie in der Panik verloren. Auch eine Mitschülerin habe in der Hektik das Handy weggeworfen, einem anderen Mädchen, das diesen Samstag mit den Eltern in die USA verreisen wollte, ist der Reisepass verbrannt. "Viele von uns haben geweint. Das war ganz schön schlimm", schildert Janina.

Die 41 Kinder und ihre Lehrerinnen stiegen hernach um in einen Ersatzbus, bereitgestellt vom Plauener Omnibusbetrieb, der alle zum Goethe-Gymnasium brachte. Dort habe das Kriseninterventionsteam des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen die Kinder erwartet, um ihnen vor Ort psychologische Hilfe anzubieten, so Jens Leistner, Geschäftsführer des Zweckverbandes. Zum schnellen Löschtrupp zählten Kameraden der Wehren Weischlitz, Trogen und Oelsnitz. Erstere Wehr war mit elf Kameraden und 3 Fahrzeugen vor Ort, die beiden anderen eilten mit je einem Löschauto zu Hilfe. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 200 000 Euro. Ein technischer Defekt könne als Ursache nicht ausgeschlossen werden. Seit 15.15 Uhr war die A 72 ab Weischlitz/Großzöbern in Richtung Chemnitz voll gesperrt. Die Bergungsarbeiten des Busses dauerten noch bis 21 Uhr an.

"Wir haben den Bus vorgefunden im Vollbrand. Der war nicht mehr zu retten", sagt Daniel Hennig, einer der Weischlitzer Kameraden. Gelöscht wurde mit Schaum. Sitze, Gepäckstücke, Alu-Rahmen der Bus-Karosse verbrannten völlig. Übrig blieb ein gespenstiges "Skelett". Der Tank platzte vor Hitze, so dass Dieselkraftstoff gen Mittelleitplanke floss und sich entzündete. "Es wurde keiner verletzt. Darüber sind wir froh. Mehr möchte ich nicht sagen", erklärt Busunternehmer Erich Mörlein aus Igensdorf bei Forchheim. "Erst mal ist zu prüfen, inwieweit das Busunternehmen für die Verluste, also das verbrannte Gepäck aufkommt. Die Sachen waren sicher dort versichert. Im Notfall müsste der Schulförderverein mit helfen", sagt Fördervereinschef Jens Ellrich-Neugebauer.