Buntes Treiben - "Voll normal"

Ein Fest mit Lautstärke, Freude, mit Sport, Musik, Spaß, Geselligkeit, kreativen Ideen, mit Beisammensein und Verschiedensein findet am Samstag auf dem Theaterplatz Plauen statt ab 13 Uhr. Wer Hindernisse aus dem Weg räumen möchte für mehr Menschlichkeit, sollte dabei sein.

Von Marlies Dähn

Plauen - "Die seltsame Geschichte von den Hindernissen, die aus dem Weg geräumt werden" - so titelt ein Theaterstück, das am Samstag und Sonntag auf der Kleinen Bühne am Theater Plauen aufgeführt wird. Menschen jeden Alters bringen sich ein. Menschen mit und ohne Behinderung. Das Theaterstück ist Teil eines dreijährigen Projektes, bei dem es um Inklusion geht, also darum, wie normal Menschen mit und ohne Handicap miteinander umgehen und was sie voneinander lernen können. 
Rund um das Theater-Projekt haben die Macher der Diakonie Auerbach, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Plauen und dem Theater, einen Aktionstag geplant. "VOLL normal" soll er heißen und er wird am Samstag auf dem Theaterplatz Plauen stattfinden von 13 Uhr bis 16 Uhr. Unterstützung kommt dabei auch von der "Aktion Mensch". Viele Helfer zogen die Fäden und legten sich in Vorbereitung für dieses kunterbunte Familienfest voll ins Zeug. Seit Wochen laufen zudem die Proben für das Theaterstück auf Hochtouren, das am Wochenende seine Uraufführung erleben wird.
Nun bekommt der Titel des Theaterstücks - "Die seltsame Geschichte von den Hindernissen, die aus dem Weg geräumt werden" - eine ganz neue Bedeutung. Denn vor dem Aktionstag gilt es tatsächlich, Hindernisse beiseite zu räumen. Diese "Hindernisse" führten um Haaresbreite dazu, dass das bunte Fest abgesagt werden sollte. Wie es dazu kam, erklärte gestern Sven Delitsch vom Vorstand der Diakonie Auerbach bei einem Pressegespräch. 
Schon im November 2018 hatte die Diakonie im Kirchenbezirk Auerbach bei der Stadt Plauen das Fest auf dem Theaterplatz angemeldet. "Dann kam das Landratsamt und negierte unsere Anmeldung, weil dort nun eine politische Veranstaltung angemeldet wurde durch eine Partei. Das ist höheres Recht", erklärt Sven Delitsch. Damit sei der Vertrag zwischen Stadt und Diakonie hinfällig gewesen. 
Anspruch auf den Theaterplatz hatte laut Landratsamt die Partei "Der III. Weg". Mit drei Pavillons, Hüpfburg, Biertischen und T-Shirt-Aktionen wollten sie keine Demonstration, wohl aber eine Kundgebung abhalten am Samstag vor der Wahl. 
"Wir waren damit auf ,Gut-Will‘ des III. Weges angewiesen. Die Partei akzeptierte schließlich den Vorschlag seitens des Landratsamtes, auf den Platz vor dem Landratsamt auszuweichen", erklärte Sven Delitsch zum Pressegespräch. Damit konnte man einen erheblichen Mehraufwand vermeiden. Denn auch Plakate waren bereits gedruckt. 
Auch mit einbringen möchte sich auf Grund der aktuellen Entwicklungen der Runde Tisch für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtlandkreis. "Wir sind für dieses Fest der Toleranz. Mit Luftballons und Kreide, statt mit Trillerpfeifen ,bewaffnet' werden wir Transparente malen und auch auf der Straße mit Kreide bunte Zeichen setzen," sagt Pfarrer Hans-Jörg Rummel von der St.-Johannis-Kirchgemeinde Plauen. 
Aus Sorge vor einem möglicherweise martialischen Auftritt vom III.Weg, wie zum 1. Mai, hatte ein Partner die Teilnahme abgesagt. "Dafür kam ein neuer Partner dazu. Wir haben 23 Partner. Vogtlandkonservatorium, Theater Plauen-Zwickau, Stadt Plauen, Feuerwehr und viele Ämter bis hin zum Vogtlandkreis unterstützen uns. Wir wünschen uns, dass sich der Theaterplatz am Samstag in eine farbenfrohe Kulisse verwandelt, in der sich gut gelaunte Menschen mit liebevoller Achtsamkeit begegnen", ruft Sven Delitsch die Vogtländer auf, dabei zu sein und zu zeigen, wie bunt und "Voll normal" Plauen ist.