Buntes aus dem WKC-Kessel

Der Wemaer Karneval Club (WKC) erlebte zusammen mit rund 300 Narren am Wochenende seinen Höhepunkt der aktuellen Faschingssaison. In der Veranstaltungshalle des Möbel Biller hieß es am Samstagabend "Ein Kessel Buntes".

Plauen - Seit über 50 Jahren heißt es beim Wemaer Karneval "WEFA - Helau!" So auch in der laufenden Session. Die Narren des Wemaer Karneval Clubs lassen es in diesem Jahr zum Thema "Ein Kessel Buntes" richtig krachen. Vereinsvorsitzender Ronald Borrmann zeigte sich am Samstagabend zufrieden mit der Resonanz. Rund 300 Narren aus Plauen und der Umgebung feierten in der Veranstaltungshalle von Möbel Biller.

"Wir sind den Leuten vom Möbelhaus sehr dankbar, dass wir nach sechs Jahren wieder zurück dürfen. Hier passt alles, von den Parkplätzen bis zur Stimmung." Nur die Kostüme der angereisten Narren fand er etwas, na sagen wir mal "Sie könnten kreativer sein." Nicht so die phantasiereichen Kreationen von Monika und Ulrich Rosenbusch aus Plauen. Die Hobbyschneiderin entwirft jedes Jahr etwas Neues und näht und bastelt wochenlang nur für die Faschingszeit. In diesem Jahr werden sie noch in Straßberg und Weischlitz ihre tollen Verkleidungen aus- und vor allem vorführen.

Beide sind in ihrem Outfit echte Hingucker und bestimmt nicht zu übersehen. Monika trägt einen Traum in orange mit einer blütenreichen Kopfbedeckung, die weit in den närrischen Himmel zeigt. Ehemann Ulrich ist in einen silberglänzenden Frack gehüllt. Das Haupt ziert ein goldig eingerahmter Silbermond. Die knallbunte Monika und ihr glänzender Ulrich zogen die Blicke der Gäste auf sich, auch als sie am späteren Abend über das Parkett tanzten.

Der WKC hatte einen großen Kessel Buntes gekocht. Viele bekannte Namen tauchten auf. Hilmar Brademann alias Frank Schöbel sang "Mit mir könnt ihr's ja machen" und erhielt viel Beifall. Dabei fragt man sich, war die Verwandlung mit Riesenlatschen und ebenso großen Ohren einer der Gründe oder das perfekte Playback. Nicht ganz so treffend wurde Nina Hagen kopiert. Zwar war der "Farbfilm" gekonnt mitgesungen, aber das Kostüm hätte etwas phantasievoller sein können. Schließlich ist Deutschlands größte Rockröhre mit Frisur, Kleidung und Schminke zu jeder Zeit ein bunter Ideengeber.

Die meisten Lacher erhielt der tschechische Importschlager Spejbl und Hurvínek. An Gummibändern liefen die beiden, wie von unsichtbaren Marionettenspielern geführt, über die Bühne. Ronny Wiltzschek als Spejbl befragte seinen Vater nach dem Urtrieb der Menschheit, dem Liebesleben. Vater Hurvínek antwortete mit viel Geduld und Humor und erhielt tosenden Beifall.

Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der Fahnengarde. Das erste Mal zeigten die Kinder ihr Können. Auch wenn noch nicht jeder Schwenk saß, war es beeindruckend, wie die zehn bis 14-Jährigen die Fahnen in die Luft warfen.

Immer präsent war auch das Prinzenpaar des WKC. Ihre Lieblichkeit Heike die 1. und seine Hoheit Mike der 1. sind echte Narren. Sie sind nicht nur für die aktuelle Faschingssession ein Paar. Vor Jahren hatten sie sich während einer Faschingsveranstaltung kennengelernt. Am 11.11.2011 heirateten sie. "Es ist ein Gefühl, wie in den Himmel gehoben", erzählt sie lachend. Die beiden Plauener haben ihr Outfit selbst entworfen.

Heike die 1. trug ihr Brautkleid von 2011 und für Mike wurde etwas Neues kreiert, passend zum gelben Traum ihrer Lieblichkeit. "Beide sind Narren durch und durch", war von Ronald Borrmann zu hören. Heike ist seit über 20 Jahren dabei, war früher in der Garde und ist jetzt für die Kostüme zuständig. "Ab und zu fotografiere ich auch", ergänzt sie. Mike gehört, seit er Heike kennt dazu. Das sind jetzt elf Jahre. Er tanzt im Männerballett und hat mit der Bühnendekoration alle Hände voll zu tun.

Der "Kessel Buntes" des Wemaer Karneval Clubs ist Geschichte. Das Prinzenpaar für das nächste Jahr stände auch schon fest. "Bei uns kann jeder zu den närrischen Hoheiten ernannt werden. Eine Mitgliedschaft im WKC ist nicht zwingend notwendig", sagt Borrmann. Das nächste Mal kann man die Narren zum Faschingsumzug in Plauen sehen. Am 23. Februar fährt ein Teil der Truppe nach Groitzsch zum Sax-Men-Dance-Contest und wird um die "Goldene Männerwade" tanzen.