Bulli-Mekka in Vogtland Arena

"Da ist einmal in der Vogtland Arena was los, und genau an diesem Tag regnet es!", ärgerte sich Samstag eine Besucherin des Bulli-Treffens, das dort Freitag bis Sonntag stattfand. Es war das 1. Arena Bulli Summer Camp für Kleinbusbegeisterte der Marke VW an durchaus einmaligem Ort, das es in dieser Form andernorts wohl noch nicht gegeben hat. Bulli: Ein Spitzname für den ersten und rund gelutschten Kleinbus T1 von VW ab den 1950er Jahren, entstanden aus Bus und Lieferwagen.

Klingenthal - Organisiert hat das Spektakel die Vogtland Arena Vermarktungsgesellschaft, wo man am Anfang des Jahres zusammensaß und im Team Veranstaltungspläne für das Jahr erarbeitete. Dabei kam auch die Idee des Bulli-Camps auf. Jenny Ziron hielt gewissermaßen als Frontfrau die Fäden in der Hand. So wurde das Konzept für das Treffen mit Gastronomie, Händlern, Kreativ-Veranstaltern erarbeitet, eine Webseite mit Anmeldemöglichkeit erstellt und auch auf Facebook und Instagram auf das Treffen hingewiesen. Die Resonanz sei groß gewesen, meint Jenny, denn bereits nach zwei Monaten war der größte Teil der Stellplätze vergeben. Es folgte eine coronabedingte Kunstpause, wobei zum Schluss nochmal ein regelrechter Ansturm erfolgte und nicht mehr alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten. Rund 140 Fahrzeuge der Modelle T1 bis T6 sowie des Transporters LT mit etwa 260 Leuten hatten sich auf dem Platz in der Arena eingefunden, wobei neben einer größeren Anzahl aus Sachsen die Fahrer auch aus allen Ecken kamen, wie aus den Niederlanden, Luxemburg, Buxtehude oder München. Alle Teilnehmer erhielten Fragebögen, in denen das Treffen generell positiv bewertet wurde, obwohl einige Händler und Eventveranstalter noch kurz vor dem Treffen abgesprungen seien. Natürlich sei beim ersten Mal nicht alles perfekt, ergänzt Alexander Ziron, aber man lerne ja dazu. Und aufgrund der positiven Resonanz habe man sich für ein weiteres Camp im kommenden Jahr vom 6. bis 8. August entschieden.


Nach einem Abend für die Teilnehmer des Camps am Freitag war Samstag Familientag, der trotz des Wetters, das sich am Samstagnachmittag doch noch gnädig zeigte, überraschend viele Besucher anlockte. Im Mittelpunkt des Interesse natürlich die Bullis, und dabei insbesondere umlagert die von 1950 bis 1967 gebauten T1, von ihren Besitzern teilweise piekfein hergerichtet, geradezu fabrikneu. Durchaus etwas unorthodox das Cockpit aus heutiger Sicht mit viel Platz, denn der luftgekühlte Boxermotor aus dem VW Käfer mit bis zu 1,5 Litern Hubraum und stolzen 44 PS befand sich unten im Heck. Darüber Platz für Koffer und Co.
Aber auch der ab 1967 produzierte T2 ist ein Fahrzeug, das man heute nicht mehr häufig sieht. Ein besonderes Exemplar dieses Typs hatte Hubert Hess mit seiner Frau Kati dabei, der in Saalfeld Flächen und Räumlichkeiten besitzt, die er an allerlei Gewerke rund um Autos und insbesondere Oldtimer vermietet. Oldtimerhotel Saalfeld nennt sich das Firmengelände in seiner einmaligen Komplexität, auf dem es sogar ein Autokino gibt. Den T2 habe er vor zehn Jahren als Schrott aus Kalifornien gekauft und aufgebaut, auch, weil das Fahrzeug optisch etwas ausgefallen war.


Sein Beifahrer Robert Jacholke erläutert dabei einige technische Details dieses speziell für Kalifornien hergestellten Bullis, wo es schon damals strenge Auflagen zur Abgasreinigung gab. So verfügt dieser T2 im Heck über einen elektronisch geregelten Einspritzmotor mit Katalysator und Abgasrückführung. In Deutschland gab es eine Katalysatorpflicht für Neuwagen erst 1989.
Viel wurde an diesem Tag gefachsimpelt und fotografiert, und anschließend konnte man sich ja bei einem Bierchen und einer Roster erholen oder einmal mit dem WieLi zum Schanzentisch fahren. Abends spielte zum Ausklang noch die Band Roody Poo, und so war es mal wieder ein entspannender und abwechslungsreicher Tag in der Klingenthaler Arena. Helmut Schlangstedt