Bürgerstiftung besteht den Stresstest

Die Plauener Bürgerstiftung stellt in den nächsten Monaten 16.000 Euro für Plauener Vereine und Projekte bereit.

Plauen Hunderte Vogtländer haben in den vergangenen Jahren Geld an die Bürgerstiftung Plauen gespendet. In der jetzigen Situation wurden immer wieder Fragen laut, ob das Geld denn nun möglicherweise verloren sei. Die Nachfrage beim Stiftungsvorstand sorgt umgehend für "Entwarnung". "Dass es für die Wirtschaft gleich so schlimm kommt, war natürlich nicht absehbar. Aber wir spielen immer sämtliche Szenarien durch. Und deshalb geht's der Bürgerstiftung Plauen jetzt auch den Umständen entsprechend gut. Wir werden sogar 16.000 Euro ausschütten!", heißt es seitens des Stiftungsrates. Die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Bernd Märtner und der Vorstände Maik Immel, Beate Schad, Dr. Ilona Gogsch sowie Gabriele Pecht hat sich demnach im Wortsinne "bezahlt" gemacht.
Stiftungskapital: Knapp
1,6 Millionen Euro gesichert

Die Bürgerstiftung Plauen verfügt derzeit über ein Stiftungskapital in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro sowie über eine Kapitalerhaltungsrücklage in Höhe von knapp 86.000 Euro. Dieses Gesamtkapital ist bei mehreren Banken sowie in etwa 40 verschiedenen Finanzprodukten - überwiegend Fonds und Anleihen - angelegt. "Zur Prüfung der Sicherstellung des Stiftungskapitalerhalts wurde am 10. Februar anhand eines Stresstestes simuliert, wie sich ein Kurseinbruch dieser Finanzanlagen ähnlich der Finanzkrise 2009 auswirken würde. In Auswertung dieser Simulation wurden verschiedene Optimierungen des Portfolios sowie eine weitere Aufstockung der Kapitalerhaltungsrücklage vorgenommen", erklärt Prof. Märtner die jüngsten Schritte des Stiftungsrates. Und weiter: Bei dem nun tatsächlich erfolgten massiven weltweiten Kurseinbruch an den Börsen bestätigte sich die Richtigkeit dieser Maßnahmen. Das tägliche Auf und Ab scheint dabei ein solides Wirtschaften auszuschließen. Doch auch dazu haben die Stiftungsvorstände eine überraschende Antwort parat: "Die Märkte scheinen unter den gegenwärtig äußerst ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unattraktiv. Doch das ändert sich wieder. Wir haben das nominale Stiftungskapital gesichert und die Ausschüttungsfähigkeit der Bürgerstiftung erhalten."

Auszahlung voraussichtlich
im zweiten Quartal

Die für dieses Jahr geplante Projektförderung von 16.000 Euro wird somit in vollem Umfang realisiert. Die Projektvorauswahl wurde bereits abgeschlossen, der endgültige Vergabebeschluss erfolgt jedoch im Rahmen der Stiftungsversammlung. Die wae ursprünglich für den 27. März angesetzt, musste aufgrund der aktuellen Situation aber abgesagt werden. Nach Aufhebung dieser Beschränkungen wird die Stiftungsversammlung schnellstmöglich nachgeholt, sodass die Mittelvergabe für die Förderprojekte voraussichtlich noch im zweiten Quartal erfolgen kann. kare