Bürgerstammtisch: Gute Idee realisierbar ?

Für Supermarktketten gilt offensichtlich auch die Darwinsche Evolutionslehre: Nur der Stärkste überlebt. Und so schlossen in der Vergangenheit in Klingenthal und Zwota bereits vier Märkte, wobei die Schließung des zweiten Plus-Marktes in Klingenthal im März bevorsteht und der Edeka-Markt im Neubaugebiet nach Fertigstellung der Filiale auf dem Schulplatz schließt.

Keine rosigen Aussichten gerade für ältere Bürger zwischen Zwota und Aschberg, die teilweise recht umständliche Wege für den Einkauf hinnehmen müssen. Das kann nicht sein, dachten sich Stadtrat Peter Heine von (Linkspartei) sowie Parteifreund und Kreisrat Matthias Gruber, die bereits vor einiger Zeit die Möglichkeiten des Erhalts von Handelseinrichtungen abklopften. Insbesondere schwebte ihnen dabei die Gründung einer Konsumgenossenschaft vor, die dann an ihre Mitglieder auch Rückvergütungen auszahlt.

An sich eine feine Sache, doch wie sieht die Praxis aus? Dieses Thema wurde zum Bürgerstammtisch der Linken am Dienstagabend in der Gaststätte "Sportlerheim" diskutiert, doch es war eher eine Diskussion um des Kaisers Bart.

Nach typisch Klingenthaler Art, bei der zwar ganz viele über eine bestimmte Situation lamentieren, hatten sich im Sportlerheim nämlich nur ganz wenige Interessierte eingefunden.Möglich, dass bei vielen das Thema bereits abgehakt ist, denn nach Edeka soll in das Neubaugebiet deren Billigmarke Diska mit reduziertem Sortiment Einzug halten - Gefahr gebannt? Und für den von der Netto-Kette übernommenen Plus-Markt in Klingenthal 2 weiß der Buschfunk etwas über einen weiteren Penny-Markt zu berichten.

Noch vor diesem Sachstand erkundigte sich Peter Heine daher beim Mittelsächsischen Konsumgenossenschaftsverband über die Modalitäten zu einer solchen Gründung. Auch die Klingenthaler Stadtverwaltung steht solch einem Geschäftsmodell wohlwollend gegenüber, bezweifelt aber dessen Realisierbarkeit.

Schließlich wären Neugründung oder ein Anschluss an eine bestehende Genossenschaft mit erheblichen Kosten verbunden, die im Wesentlichen von den potenziellen Mitgliedern zu tragen wären. Und wer, so die im Raum stehende Frage, würde sich mit vielleicht 300 bis 400 Euro Anteilen am Konsum beteiligen? Und wie sähe das Preisniveau aus? Eine Umfrage, wer einen Konsum gut finden würde, brächte also rein gar nichts.Und so ging die Diskussion noch andere Wege. Könnte man ersatzweise nicht kleinere Märkte in unterversorgten Gebieten nach Art eines Franchising etablieren und Leute mit entsprechender Erfahrung hierfür interessieren oder Supermarktketten für eine Filiale in Zwota oder Sachsenberg erwärmen? Gerade Letzteres dürfte sich von selbst erledigt haben, denn dort schlossen als erstes ein Ableger der Edeka und in Zwota Penny und Krone wegen mangelnder Rentabilität.