Bürgerplattform verfehlt selbst gestelltes Ziel

Die künftige Theaterfinanzierung war Thema der jüngsten Zusammenkunft der Bürgerplattform für demokratische Erneuerung. Das Ziel, eine gemeinsame Resolution an die Adresse der Sächsischen Staatsregierung zu beschließen, wurde verfehlt.

Plauen - Eigentlich wollte "Pro Vogtlandtheater", das Bündnis für das Plauener Musenhaus, dem auch die Bürgerplattform angehört, den Schulterschluss mit einer gemeinsamen Erklärung an die Staatsregierung demonstrieren. Das gelang beim Treffen der Bürgerplattform im Lokal "By Dollys" in der Rathausstraße nicht.

"Der dazu notwendige, von der SPD-Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil, selbst angeregte "Schulterschluss", wurde durch die Abwesenheit von SPD und Grünen konterkariert", so jedenfalls die Sichtweise von Klaus Seidel, Vorstandsmitglied der Plattform. "Wir rufen nun die Stadtratsfraktionen auf, endlich mit 'einer Stimme' die Forderungen der Plauener Bürgerschaft zu transportieren und Lippenbekenntnisse jedweder Form zukünftig zu vermeiden", so der Vorstand.

Zum Treffen der Plattform waren Vertreter des Theaterfördervereins, weitere Akteure des Aktionsbündnisses "Pro Vogtlandtheater" , Mitglieder der Initiative Plauen und von Stadtratsfraktionen gekommen, auch ein Mitarbeiter des Theaters kam zu Wort.

Der Erhalt des Kulturraumes, eine konstruktive, gute Zusammenarbeit zwischen Zwickau und Plauen, eine stärkere Einbindung des Landkreises - auch und besonders finanziell - der Abbau bürokratischer Hürden, bildeten den Gesprächsstoff einer angeregten, kontroversen und engagierten Diskussion.

Teilnehmer Thomas Thiele gab bei aller Begeisterung und Aufmerksamkeit für das Theater zu bedenken, die Kultur als Ganzes im Auge zu behalten. "Es geht um eine lebendige Kulturlandschaft", so der Plauener Künstler.

Aufmerksam wurde den Schilderungen von Thomas Joram, stellvertretender Leiter Tontechnik des Plauener Theaters, gefolgt, der von seiner Arbeit und die seiner Kollegen erzählte, davon, welches Arbeitspensum von ihm und seinen Mitstreitern zu erbringen ist, um den Spielbetrieb des Theaters am Laufen zu halten.

Wie sehr die Diskutanten dem Theater verbunden sind, zeigte sich auch an den Gedankenäußerungen, ob aktuell häufiger Stücke gespielt werden sollten, die "das Haus voll werden ließen", was zusätzliche finanzielle Mittel in die Kasse brächte. "Die Bevölkerung könnte ebenso mit kleinen Aktionen auf das Plauener Theater aufmerksam gemacht werden", sagte Dietmar Schlei von der Plattform, auf dass die Plauener das Theater deutlicher in den Blick bekommen. F. Blenz