"Bürgernah, ehrlich, bodenständig"

"Zusammen. Mit uns. Für Plauen." Unter diesem Slogan führt die CDU den Wahlkampf für das Plauener Kommunalparlament. Und ihr Spitzenkandidat, Fraktions-Chef Jörg Schmidt, fügt im Gespräch einen weiteren Anspruch hinzu: Bürgernah, ehrlich, bodenständig.

Plauen - Das abgehobene Verhalten mancher Politiker habe ihn geärgert und eigentlich selbst erst "in die Politik" gebracht, begründet Jörg Schmidt, weshalb er sich als Fraktionsvorsitzender der CDU im Plauener Stadtrat engagiert und dies nach dem Wahltag 26. Mai auch weiterhin tun möchte. "Wir müssen den Menschen aufs Maul schauen", ist er überzeugt - ganz ähnlich formulierte das bereits Luther vor 500 Jahren, dem Schmidt im Glauben nahesteht.

Ordnung und Sicherheit
In einer handlichen Broschüre findet sich - auf wenigen Seiten thematisch geordnet - das Wahlprogramm der CDU. Und es ist kein Zufall, dass der erste Schwerpunkt mit "Ordnung und Sicherheit" überschrieben ist. Die einzelnen Punkte könnte Schmidt jetzt zitieren, tut es aber nicht. Stattdessen spricht er vom Anspruch der Plauener Bürger - und natürlich aller Menschen - in Frieden und Freiheit miteinander zu leben. Und vor allem in Sicherheit. "Das Alkoholverbot im Bereich des Tunnels durchzusetzen, war ein dickes Brett", blickt Schmidt auf die jüngere Vergangenheit zurück. "Da haben wir Wort gehalten, sind aber noch nicht vollständig zufrieden", fügt er an. Stichwort neues Polizeigesetz. Nein, es gehe nicht um Repression, sondern um eine bessere Ausrüstung der Polizei, deren regelmäßige Weiterbildung. Um in Ruhe leben zu können, müssen alle gemeinsam Verantwortung übernehmen, ist er überzeugt. 

Kultur und Ehrenamt
Und Verantwortung ist für ihn gedanklich ganz nah am Ehrenamt. "Wir brauchen generell einen neuen Umgang mit dem Ehrenamt. Die Arbeit der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Übungsleiter und Trainer in den Sportvereinen, zahlloser engagierter Bürger muss stärker gewürdigt werden. Da zeigte die Verwaltung in der Vergangenheit nicht allzu viel Phantasie."
Damit das Theater Plauen-Zwickau wieder in ruhigere Fahrwasser gleitet und die Mitarbeiter angemessen bezahlt werden, dafür habe sich seine Partei bislang eingesetzt und daran werde sich nichts ändern, leitet Schmidt zu einem weiteren Schwerpunkt des Wahlprogrammes über - der Kultur. "Es müssen dauerhafte Strukturen für ein produzierendes Mehrspartentheater geschaffen werden."

Wirtschaft, Infrastruktur
Und fast übergangslos fügt er an, dass es einer offenen Fehlerdebatte bedürfe. "Politiker sind keine unfehlbaren Gallionsfiguren. Wir haben das Parkraumkozept mit beschlossen. Aber wenn es sich in der Praxis nicht bewährt, dann müssen wir es kurzfristig wieder ändern. Das werden wir tun, versprochen."
Als einen wichtigen Lösungsansatz, die Wirtschaft in Plauen voranzubringen, sieht er die Ansiedlung neuer Unternehmen - Mittelständler. "Die Arbeit muss zu den Menschen kommen, damit wachse gleichzeitig das Bedürfnis der Jungen, in die Heimat zurückzukehren oder sie erst gar nicht zu verlassen", argumentiert er. Und mittelfristig müsse auch der Gewerbesteuersatz wieder gesenkt werden. "Wir halten mit großer Mühe die so genannten weichen Standortfaktoren aufrecht, nun muss es der Verwaltung auch gelingen, gute Jobs hier anzusiedeln."
Dass die CDU werte- und heimatorientiert ist, auch daran werde sich künftig nichts ändern, macht Schmidt auf einen weiteren Schwerpunkt des Wahlprogrammes aufmerksam. Der Vergangenheit verantwortungsvoll stellen sei ebenso unverzichtbar, wie die Menschen wieder ein Stück weit ihre Identität leben zu lassen, die sie ein wenig verloren haben. In der Wertedebatte ebenfalls nicht missen möchte Schmidt, dass Eltern selbst entscheiden sollen, wo ihre Kinder erzogen werden sollen. "Es geht nicht um die Herdprämie, sondern die Freiheit der Familie. Und dazu gehört für die CDU auch die Bereitstellung von mehr Mitteln für Tagesmütter." 
Dass nicht alles, aber sehr vieles vom Geld abhängt, scheint eine Binsenweisheit. Womit also sollen die Vorstellungen der CDU finanziert werden? Bürokratieabbau, Verschlankung der Kernverwaltung, weitere Haushaltskonsolidierung, sparsamer Umgang mit Steuergeld, nennt Schmidt die "Hebel".
"Ein Wahlprogramm ist immer auch ein Stück Vision. Und für Visionen braucht es im Stadtrat Mehrheiten. Unsere Vision ist ein blühendes, prosperierendes Plauen. Einer Stadt, die auch mit ihrer stolzen Geschichte wuchern soll, um nach außen zu strahlen." 
Das Wahlprogramm der CDU und Infos zu den Kandidaten der Kommunalwahl: 
-----
www.cduplauen.de/kommunalwahl2019.