Bürgerentscheid: Heinsdorf nach Reichenbach?

Die Einheitsgemeinde aus Ober- und Unterheinsdorf sowie Hauptmannsgrün arbeitet seit Jahren mit Reichenbach in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. Das funktioniert gut. Doch nach dem plötzlichen Tod des ehrenamtlichen Bürgermeisters Rainer Löffler soll laut Gesetz innerhalb dreier Monate ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Weil sich in Heinsdorfergrund aber kein Kandidat fand, zog man die Eingemeindung nach Reichenbach in Betracht. Ein Bürgerentscheid soll das entscheiden.

Um am 24. Februar zu einem Ergebnis zu kommen, müssen mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigen der rund 2100 Einwohner von Heinsdorfergrund ihre Meinung kund tun. Eingeschlagen wird danach der Weg, den mehr als 50 Prozent der Wähler bevorzugen. Eine Eingemeindung würde in der Freiwilligenphase stattfinden. Wer einen solchen Schritt wagt, den belohnt Sachsen mit einer "Sprinterprämie". Diese entfällt, hat das Land erst einmal ein Fusions-Gesetz beschlossen und zwingt kleine Kommunen damit zur Eingemeindung.

Entscheiden sich die Heinsdorfer beim Bürgerentscheid gegen Eingemeindung, müsste in kurzer Zeit eine Bürgermeisterwahl stattfinden. Gibt es keinen Kandidaten, werden leere Stimmzettel ausgegeben, auf denen die Wähler dann ihren Wunsch-Bürgermeister schreiben können. Weil sich mittlerweile zwei Kandidaten gemeldet haben, kommt dieses außergewöhnliche Szenario wahrscheinlich in Heinsdorfergrund nicht zur Anwendung. Eine von beiden ist Marion Dick, die Bauamtsleiterin aus dem Neumarker Rathaus.

Im Vorfeld der Entscheidung bewegen die Menschen viele Dinge. Dabei geht es um die Frage, wie sich der Ort nach einer Eingemeindung entwickelt. Aber auch finanzielle Befindlichkeiten liegen ihnen am Herzen sowie eine gesicherte Zukunft für Einrichtungen wie Sporthalle, Schule oder Gemeindezentrum.

Leider konnte Reichenbachs OB Dieter Kießling auf all die Fragen zur Gemeinderatssitzung am Montag nicht antworten. Ein liegengebliebener Lastwagen hatte ihn aufgehalten. Aber sein Mitarbeiter Raphael Kürzinger war da und riet den Leuten, ihre Fragen schriftlich zu formulieren und im Gemeindeamt einzureichen. Auf einer Bürgerversammlung im Januar sollen sie dann beantwortet werden.

Außerdem schlug Kürzinger vor, die Leute sollten mit den Ortschaftsräten von Rotschau, Friesen, Schneidenbach oder Brunn reden. Alles ehemals eigenständige Dörfer, die bereits vor Jahren nach Reichenbach eingemeindet wurden.