Bürger legen Finger in Haselbrunner Wunden

Vertreter der Stadtverwaltung, der Ordnungsbehörden und zahlreiche Einwohner des Plauener Stadtteiles Haselbrunn begleiteten Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer beim Vor-Ort-Termin am Mittwoch.

Plauen - In den vergangenen Wochen hatte Nadja Friedländer-Schmidt vom Bürgerbüro zahlreiche Schreiben von Anwohnern ausgewertet und diese in den zweistündigen Rundgang eingebunden. Bereits am Startpunkt Rückertschule meldete sich Silke Schwerdt zu Wort. Die Schulleiterin der Mittelschule machte darauf aufmerksam, dass der Fußweg vor beiden Bildungseinrichtungen und der gesamte Schulhof kaputt sei und repariert werden müsse.

Stolperfallen vor Schule

Die Wurzeln der Bäume haben das Pflaster beschädigt und es entstanden Stolperfallen. Der Leiter der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) Peter vom Hagen, erklärte, dass diese Reparaturen keine Priorität besitzen und daher auch nichts dergleichen geplant sei. Die angesprochene Rattenplage in einem leer stehenden Nachbargebäude wolle man prüfen und sich dann an den Eigentümer des Gebäudes wenden. An der Garagenanlage "Roßbach's Ziegelei" hatten sich die Mieter über den schlechten Zustand der Zufahrten beschwert. Jürgen Arzt vom Städtischen Bauhof informierte, dass bereits Fräsgut angeliefert wurde und die Garagenpächter sich hier bedienen könnten. Diese hatten im Vorfeld zugesagt, die Reparaturarbeiten in Eigenleistung durchzuführen.

Mehrere Anwohner der Haselbrunner-/Hölderlinstraße hatten darauf aufmerksam gemacht, dass an der Ecke ein Schild angebracht werden solle, mit dem Hinweis, dass sich auf dieser Straße noch Häuser der Hölderlinstraße befinden. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer stimmte dem zu und vergab einen entsprechenden Auftrag. Außerdem machten Anwohner darauf aufmerksam, dass in der Jean-Paul-Straße immer wieder Fahrzeuge ganztägig und auch nachts im eingeschränkten Halteverbot parken. Davon konnten sich die Teilnehmer der Begehung selbst ein Bild machen. Jetzt sollen häufiger Kontrollen durchgeführt werden.

Die AWG hat der Abfallwirtschaft des Landkreises in der Seumestraße Containerstellplätze kostenfrei zur Verfügung gestellt. Seit einigen Monaten lässt hier die Ordnung und Sauberkeit zu wünschen übrig. Am Begehungstag sah dies allerdings anders aus. Der Platz war gesäubert und die Container geleert. Lediglich der Altkleiderbehälter war völlig überfüllt. Man werde von der Abfallwirtschaft einen Säuberungsplan anfordern und auf verstärkte Reinigung drängen, machte Oberdorfer deutlich.

Radfahren auf Fußweg

An der Ruine der ehemaligen Gießerei in der Hans-Sachs-Straße informierte Nadja Friedländer-Schmidt, dass das Gebäude in den nächsten Wochen abgerissen wird. Die von den Bürgern angesprochene Parksituation rund um den Nordsportplatz müsse kontrolliert werden. Die Frage nach einer Buslinie über Althaselbrunn beschied Oberdorfer dagegen abschlägig - der Stadtteil sei von der Straßenbahnlinie hinreichend erschlossen. Ebenfalls darauf aufmerksam machten Anwohner, dass das Radfahren auf der Pausaer Straße gefährlich sei. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens sei hier ein Befahren des Fußweges möglich, so Oberdorfer. Auch die Abschaffung der Tempo 30-Zone in der Eisenacher Straße würde von der Verkehrskommission geprüft.

Café Nord wird abgerissen

Als ein Gebäude in besonders schlimmen Zustand bezeichneten die Teilnehmer der Ortsbegehung die Pausaer Straße 109. Der Eigentümer habe zwar das Gebäude gesichert, aber es sei zu befürchten, dass größere Abbrüche durch die Holztafeln schlagen. Oberdorfer gab zu verstehen, dass solchen Häusern der Abriss drohe. Man werde die Besitzer unterstützen, wo immer die Stadt Möglichkeiten sehe.

Der schlechte Zustand des ehemaligen Lidl-Parkplatzes an der Pausaer Straße wurde ebenfalls angesprochen. Bau- und Umweltdezernentin Kerstin Schicker gab bekannt, dass das Gebäude und die Flächen an ein Autohaus verkauft wurden. Demnächst abgerissen werden das ehemalige Café Nord und zwei weitere Häuser der Rückertstraße. Die Auswertung und eventuelle bereits durchgeführte Änderungen und Reparaturen sollen in einer Bürgerversammlung bekannt gegeben werden. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. ker