Bürger im Plauener Mammengebiet frustriert

Plauen - Empörung machte sich am Dienstag gegen zehn Uhr vor der ehemaligen Kaufhalle im Mammengebiet in der Ostvorstadt breit. Schon länger angekündigt, sollte dort die Ortsbegehung mit Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer sowie Vertretern der zuständigen Behörden stattfinden.

Etwa zwei Dutzend Bürger sowie mehrere Vertreter der örtlichen Presse fanden sich pünktlich vor Ort ein. Doch schon nach kurzer Zeit stand fest. Der Termin findet wohl nicht statt. Ein Anwohner des Wohngebiets erschien, um alle zu informieren, dass er im Bürgerbüro der Stadt Plauen die Information bekommen habe, dass der Termin am Mittwoch sei.

Ziel der zu Recht verärgerten Bürgern waren zunächst die Vertreter der Zeitungen, die allerdings nur das veröffentlichten, worüber die Stadtverwaltung informierte. In mehreren Informationen wurde dabei der 15. September angegeben. In Pressemitteilungen aus dem Rathaus sowie auf der Internetseite stand dieses Datum, was mehrmals wiederholt wurde, sogar noch im aktuellen Wochenplan vom Freitag.

,,Wir Bürger des Mammengebiets fühlen uns verarscht", sagt Elk Gierschick. Und damit sprach er aus, was wohl die meisten dachten. Ob die das mit Absicht machen, dass morgen nicht mehr so viele kommen, hieß es sogar von einigen. Irgendwie sei es sowieso ein bisschen wie zu DDR-Zeiten. Der Platz vor der Kaufhalle sah in letzter Zeit sehr verkommen aus und plötzlich war in dieser Woche alles sauber. Da wurde aufgeräumt weil hoher Besuch kommt, waren sich alle einig.

Der Glaube an die Wiedereröfnung der Kaufhalle sei sowieso verloren, war zu vernehmen. Wie viele sich heute um zehn Uhr wieder am Treffpunkt einfinden bleibt ungewiss. Ersten Reaktionen zufolge weniger als gestern, doch dann hieß es bei den Anwohnern auch "jetzt erst recht". Und beim Auseinandergehen war von allen Seiten ein ,,Bis morgen" zu hören.

Bei der Nachrecherche des Termins fanden wir eine Mail der Stadt, eingegangen am Vormittag des 15. September, mit den Worten: "Kritik an der Ostvorstadt? Quer durch die Ostvorstadt geht es bei der Ortsbegehung am Mittwoch, 16. September. Diese startet 10 Uhr vor der ehemaligen Kaufhalle an der Gebrüder-Lay-Straße. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Mitarbeiter der Stadtverwaltung gehen dabei mit den Bürgern gezielt die Stellen ab, die im Vorfeld telefonisch als kritikwürdig gemeldet wurden. Weitere Anfragen können vor Ort vorgebracht werden. Ob die Bürger nur die Ostvorstadt kritisieren, sich ihren Frust von der Seele redeten und mit dem zufrieden geben was sie heute hören werden, dazu mehr in der morgigen Ausgabe. S. Rössel