Brut in 123 Metern Höhe

Der Schornstein des Plauener Heizwerks ist Blickfang - und Brutplatz für ein Paar Wanderfalken. Dort, in luftiger Höhe, ziehen die Greifvögel jedes Jahr Nachwuchs groß, meist zwei bis drei Junge. Dieses Jahr liegt nur ein Ei im Nest.

Von Uwe Faerber

Wir warten jeden Tag, dass etwas passiert und hoffen, dass ein Junges schlüpft", sagt Harald Rödel, Netzmeister der Envia Therm in Plauen, der früheren Wärmeversorgung.
Wanderfalken sind eine bedrohte Vogelart, der Envia Therm nach eigenen Angaben ein Zuhause bietet. Das Unternehmen hat in seinem Heizkraftwerk an der Hammerstraße in Plauen einen Falkenhorst errichtet. Nach Rödels Worten brüten die Wanderfalken immer rund sechs Wochen.


"Vier Wochen sind um, in den nächsten ein, zwei Wochen müsste das Schlüpfen beginnen - wenn das Ei befruchtet ist und alles gut geht beim Brüten", sagt Rödel, der sich gut daran erinnern kann, wie - auf Initiative heimischer Ornithologen - Industriebergsteiger 2002 den Horst oben am Schornstein angebracht haben, in 123 Metern Höhe. "Ich war damals mit oben auf der Plattform."
Der hölzerne Nistkasten bietet Angaben Envia Therms zufolge mit 1,20 Meter Breite und 60 Zentimeter Höhe genug Platz für die Altvögel und deren Nachwuchs. Er verfügt zudem über eine Landeplattform von 70 Zentimeter Länge.
Der Nistplatz wurde unter Mitwirkung von Vogelkundlern des Voglands angelegt, die die Aufzucht regelmäßig beobachten. Dabei hilft ihnen seit drei Jahren eine Videokamera, die der Energieerzeuger aufgestellt hat. So arbeiten die Ornithologen und das Unternehmen beim Vogelschutz Hand in Hand.


Eigenen Angaben zufolge ist der Falkenhorst in Plauen ist der einzige, den Envia Therm an seinen Standorten angebracht hat. Das Unternehmen biete an anderen Stellen Nistplätze für Störche an, die ebenfalls gut angenommen würden. "Wir sind sehr froh, dass sich die Wanderfalken bei uns so wohlfühlen. Sie finden an unserem Schornstein beste Brutbedingungen. Der Nistplatz ist gut geschützt und verfügt über einen freien Luftraum, den die Vögel schätzen. Wir freuen uns, so unseren persönlichen Beitrag zum Erhalt der Art leisten zu können", betont Netzmeister Rödel, der sich im Heizkraftwerk Plauen um die Betreuung des Falkenhorsts kümmert.