Brotduft im Handwerkerhof

Angelockt vom Duft frisch gebackenen Brotes, von Himmelsblau und Sonnenblumen, zog es gestern viele Plauener und Gäste auch ins idyllische Areal der Weberhäuser und des Handwerkerhofes. Dort waren am Sonntag die Tore weit geöffnet. Mit Holzspänen hat Tino Feigel dem Backofen vor der Tür des ehemaligen Pferdestalls so richtig eingeheizt. Mehl stiebt derweil in der Back- und Keramikstube. Heike Feigel knetete hier kraftvoll den Sauerteig, formt daraus Roggenbrote, die dann Zeit haben, in bereitgestellten Brotkörben zu gehen, bevor sie mit dem breiten Holzspatel im Ofen verschwinden. Der Erlös aus dem Brotverkauf fließt in die weitere Sanierung des Handwerkerhofes, in dem am Sonntag auch zum Drechseln, Besenbinden und Trödeln eingeladen war. Das Team des Unikatvereins sorgte am Hexenbuffet für das leibliche Wohl der zahlreichen Gäste. Wissenswertes gab es bei Führungen durch die Höfe. Hier zeigten Steffen Laudel und Thomas Meßmeringer, was sich unter dem Dach der alten Stallungen und Scheunen bereits alles verändert hat. Beeindruckt waren Besucher auch vom festlich herausgeputzten Saal. Samtiger Plüsch und uralte Balkenkonstruktion geben dem Raum eine besondere Atmosphäre, die bereits eine Hochzeitsgesellschaft zu schätzen wusste. Leben unterm Dach zieht demnächst ein mit einer Malerin. Wer gestern Ausschau hielt nach Weberhaushexe Margitta Schier wurde vertröstet. Sie öffnete am Sonntag ihr ganz persönliches Denkmal. Das Umgebindehaus am Kauschwitzer Weg 2 steht in Jößnitz. Blockstube und alle Zimmer sind liebevoll der Nachwelt zurückgegeben. Nur Küche und Toilette warten noch auf die Sanierung. Bei Kaffee, Zuckerwatte und Musik konnten sich Besucher auch dort umschauen. Mehr als 800 Denkmäler hielten am Sonntag in Sachsen ihre Türen offen unter dem Motto "Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege". Text/Foto: Marlies Dähn