"Brockhaus" über Plauen

Druckfrisch bekam Wolfgang Bauer gestern die ersten Exemplare seines Buches "Plauen einst Großstadt - heute Oberzentrum" überreicht.

Von Margitta Rosenbaum

Plauen/ Hammerbrücke Der ehemalige Leiter des Amtes für Schulverwaltung, Kultur und Sport des Vogtlandkreises hat die Corona-Zeit genutzt, um aufzuarbeiten, was ihn schon lange zur Geschichte seiner Heimat bewegt. Dabei richtet er seinen Blick nicht allein auf die Stadt Plauen, sondern zieht Vergleiche mit anderen Städten und Herrschaftsepochen.
Es ging darum, "vogtländische Geschichte für den Normalbürger" aufzuarbeiten, sagt Wolfgang Bauer. Und Frieder Seidel ergänzt: "Dieses Buch ist ein Nachschlagewerk von dauerhaftem Wert." Wolfgang Bauer ist Plauener. Doch ihm lag daran, die Entwicklung der Stadt in den weit größeren Kontext der Geschichte einzubetten. So kann man von der ersten Erwähnung Plauens über die vogtländische und die reußische Geschichte bis heute auch sehr viel über die Verwaltung nachlesen.
Historische Episoden bereichern das Buch. Welche Rolle spielten Plauen und die Reußen, wie entwickelte sich das Vogtland im Königreich Sachsen? Wie wurde Plauen Großstadt und warum ist es heute keine mehr? All diese Entwicklungen hat Wolfgang Bauer akribisch verfolgt und mit Zahlen unterlegt. Dr. Peter Weiß aus Lengenfeld hat Zahlen und Statistiken beigetragen und damit wesentlich dafür gesorgt, dass die Entwicklung mit grafischen Darstellungen anschaulich wird. Weiß hatte an der Fachschule für Ökonomie in Rodewisch statistische Methodik unterrichtet und war später Leiter des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft in Rodewisch. Wolfgang Bauer hatte in Jena Geschichte und Deutsch studiert. Die Idee zum Buch entstand beim Treffen mit früheren Kommilitonen, denen er die Geschichte seiner Heimat vorgestellt hatte.
Als Vorsitzender des Kulturausschusses der Arbeitsgemeinschaft der Euro Egrensis in den 90er Jahren bekam er einen weiten Horizont für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung seiner Heimat. Auch die Entwicklung der Stadt Plauen nach der Wende wurde sorgfältig aufgearbeitet. So ist nachzulesen, dass die Stadt Plauen in den Jahren von 1988 bis 2020 mit 17,52 Prozent vergleichsweise weniger Einwohner verloren hat, als andere Städte in den neuen Bundesländern. Zugenommen hat die Einwohnerzahl nur in fünf Großstädten. Mit 54 Prozent hat die Stadt Hoyerswerde die meisten Einwohner verloren. Die Oberzentren Plauen, Zwickau und Hof und ihre Behörden werden ebenso verglichen wie die sächsischen Hochschulstandorte. Wer sich für die Geschichte und nicht nur für Geschichten seiner Heimat interessiert, der dürfte in diesem Buch eine Vielzahl anschaulich aufgearbeiteter Daten und Unterlagen finden, die weit über die Stadt Plauen hinaus von Bedeutung sind.