Børge trifft Filmmutter Yvonne

"Mächtig, gewaltig, Egon!" Bei diesem Spruch schlägt das Herz der Olsenbande-Fans schlagartig höher. Am Samstagabend konnten Besucher der Kino-Kultnacht auf der Schlossinsel einen der Filmstars der legendären dänischen Gaunerkomödie hautnah erleben.

Von Thomas Voigt

Rodewisch Vor dem Film "Die Olsenbande sieht rot" trat Jes Holtsø - bekannt als Børge - zusammen mit Jazz-Pianisten Morten Wittrock auf. Langes blondes Haar, runde Brille und der rote Pullover waren seine Markenzeichen. Als Sohn von "Yvonne" und "Kjeld" war er an so manchen Coup des Gangster-Trios um Tresorknacker Egon Olson mit eingebunden. Catrin Stab konnte es kaum fassen. Die Falkensteinerin war unter den über 700 Open-Air-Cineasten auf der "Insel" dabei. "Irre, er ist es wirklich." Als Sänger war ihr der Schauspieler völlig unbekannt. "Ich habe nie gedacht, dass das Konzert so ein Kracher wird." Neben den eigentlichen Hauptakteuren war sie der Hingucker des Abends. Im Outfit von "Yvonne" spazierte die Besucherin mit auffälligen weißen Retro-Hut aufgeregt über den Platz. In ihrem knallroten Kleid mit aufgesetzten Kunstblumen mimte sie "Yvonne", die Film-Mutter von "Borge". Natürlich stand auch sie nach Autogrammen Schlange. Als die adrett gekleidete Falkensteinerin endlich an der Reihe war, umarmte sie Holtso, bedankte sich in Englisch für die tolle Musik und gab ihm ein Küsschen auf die Wange. Danach gab es noch einen Fototermin auf der Motorhaube eines vor der Bühne abgestellten Chevrolets. Diesen Abend wird sie wohl so schnell nicht vergessen. "Es hat mir richtig Spaß gemacht und Gänsehaut hatte ich auch."
Am Stand neben der Filmwand breitete der Olsenbande-Fanclub aus Leipzig jede Menge Merchandising-Artikel aus. Vom berühmten Franz-Jäger-Tresor bis zu T-Shirts und Schlüsselanhänger war alles dabei. Die aktuelle CD des dänischen Jazz-Duos war ebenso begehrt.
Cheforganisator Matthias Ditscherlein vom Verein Insel-Kino machte einen zufriedenen Eindruck. Er lockte Holtso auf die "Insel". Kennengelernt hat er den Sänger voriges Jahr zu den Filmnächten am Dresdener Elbufer. Bereut hat es der in Dresden lebende Vogtländer in keiner Sekunde. Die Besucher reisten aus Berlin, Halle, Leipzig und Nürnberg an. Den weitesten Anreiseweg hatten Gäste aus Südtirol. "Das ist eine große Motivation für uns, weiterzumachen." Ditscherlein und seinen Mitstreitern gehe es vordergründig nicht darum, immer neue Besucherbestmarken aufzustellen. "Wir wollen mehr als nur Kino bieten." Das Gesamtpaket mit Familienangeboten, Live-Musik und Filmen mache den Reiz aus. Man darf also gespannt sein, was sich die Organisatoren im nächsten Jahr zur dritten Auflage der Veranstaltung einfallen lassen.