Brezeln verspotten Dschungelcamp

Die Brezel-Brasser trauen sich was: Mit dem Dschungellied verspottet das Quintett aus dem Vogtland die RTL-Reality-Show Dschungelcamp. Die Fans können sich vor Lachen nicht mehr halten.

Von Cornelia Henze

 

Bad Elster - "Wenn du dumm bist wie ein Brot, geh ins Dschungelcamp", empfehlen Sebastian Wildgrube (Kontrabass) und seine Mitstreiter Stella-Maria Voigt (Saxophon), Julia (Jazz- und Westerngitarre), Robert (Trompete) und Michael Seidel (Posaune) manchen etwas unterbelichteten Zeitgenossen. In den sozialen Netzwerken und auf manchem Brezel-Brass-Konzert wird die Persiflage auf das TV-Format, in dem sich vermeintliche Promis tummeln, inzwischen schon abgefeiert.
"Die Idee kam uns schon im vorigen Jahr. Wenn man so vom Konzert kommt, kann man erst mal nicht abschalten und zappt halt wahllos durch das TV-Programm. Irgendwann sind wir auch beim Dschungelcamp hängengeblieben", verrät Sebastian Wildgrube. 
Dem jungen Tausendsassa in Sachen Musik, das wissen die Vogtländer, sitzt gehörig der Schalk im Nacken. Schon bald hatten Wildgrube und Co. die Spottverse im Kasten. In dem Song empfehlen sie den Kandidaten Entengrütze zu trinken und

einen Mehlwurm noch dazu, denn: "Dann wirst du reich, auch wenn der Mehlwurm heller ist als du.!" Erzählt wird die Geschichte vom Mädel und dem Knaben, die es nach dem Sechs-Klassen-Abschluss zu Dieter Bohlen, dem Bachelor und ins Dschungelcamp verschlägt. 
Heutzutage würden ja manche auf Schulbildung und Abschluss pfeifen - glauben, dass sie die große Karriere im Fernsehen machen als Sänger oder Künstler, oder Frau sich beim Bachelor einen reichen Mann zu angeln vermag, erklärt Wildgrube den kritischen Gedanken hinter dem Lied. 
Er selbst würde natürlich nie ins Dschungelcamp gehen und Ekliges, wie Mehlwürmer, Raupen und Känguru-Hoden verspeisen. Austern und einen gegrillten Mehlwurm habe er allerdings zu einem der Streetfood-Festivals schon versucht. "Ich bin nicht engstirnig und versuche alles, was nicht wirklich mehr lebt. Aber grandios war es nicht", so sein Urteil.
Die Idee verpopte Volks- und verfolkste Popmusik zu machen, wurde eines Januarabends im Jahr 2011 zwischen 18.30 und 22.15 Uhr geboren. Seitdem gehen die Brezel Brasser mit ihren nicht immer ernst gemeinten Liedtexten durch die Decke und stehen im Jahr um die 70 Mal auf Bühnen. 
Sebastian Wildgrube, der Arrangeur, Studiomusiker, Brezel Brasser und Leiter des Chores der Chursächsischen Philharmonie Bad Elster ist, kann sich vorstellen, das Dschungellied auf CD zu pressen. Nicht zum ersten Mal bringt die Brass-Formation bei dem Label House Master Record eine CD heraus. "Vielleicht singt ja mein Chor am 8. März im Theater Bad Elster auch das Lied. Das wäre was!", schmiedet Sebastian Wildgrube Pläne.