Breitband lässt sich von Felsen nicht stoppen

Plauen Etwa 3200 Wohnungen und Gewerbeeinheiten wollen die Stadtwerke Strom Plauen bis 2022 mit dem Breitbandausbau erschließen. Dafür muss auf 130 Kilometer Tiefbau betrieben werden. Die Hälfte davon ist Aufgabe der Firma Jörg Schmidt, die mit besonderer Technik vorgeht.
Drei besondere Bohrer gehören zum Equipment des Plauener Bauunternehmers. Der Auftrag von den Stadtwerken war auch für ihn eine Herausforderung, der er sich mit seinem Team gern stellt.
Bisher wurde unter der Erde eher für Wasser/Abwasser oder Erdgas gebohrt. Die Schutzrohre für Glasfaserkabel waren ein neues Gebiet.
Verschiedene Verfahren sind inzwischen möglich. Doch gerade offene Gräben sind nicht überall umsetzbar. Bei der Querung von Bahntrassen oder Straßenbahnschienen ist besondere Vorsicht geboten.
Regulär wird zwischen 60 Zentimeter bis 1,20 Meter tief verlegt. Bei der Bahn, wie in Plauen an der Pausaer Straße, Ecke Stadtwald wird sieben Meter unter der Erde gebohrt. "Theoretisch wäre eine Tiefe von bis zu 15 Metern möglich. Hier an dieser Stelle werden während dem Bohren Messungen durchgeführt, ob es am Gleisbett zu Veränderungen kommt", erklärt Jörg Schmidt.
Für drei Meter wird etwa eine viertel Stunde benötigt. Abhängig sei dies aber von der Beschaffenheit. Noch nie habe Schmidt durch so viel Felsen gebohrt wie bei dem Breitbandausbau. Dafür sind Felsbohrer notwendig. Das 18 Tonnen schwere Gerät hat einen Grundpreis von einer halben Million. Der spezielle Kopf gilt als Verschleißteil und schlägt mit 15.000 Euro zu Buche.
Das ausgebohrte Erdreich wird mit einem Bindemittel ausgespült und abgepumpt. Mit dieser Technik kann relativ schnell gearbeitet werden ohne viel zu graben. Das sei ein besonderer Vorteil, wenn es darum geht so wenig wie möglich in den Straßenverkehr einzugreifen.
Aber auch in Privatgrundstücken habe man schon erfolgreich gearbeitet. "Die Leute haben oft Angst, dass der ganze Vorgarten zerstört wird. Wenn sie abends nach Hause kommen und sehen, dass alles in Ordnung ist, weil wir ja ohne Graben verlegt haben, sind alles immer sehr zufrieden", so Schmidt.
In den nächsten Wochen werde an der Alten Pausaer Straße in Richtung Schöpsdrehe sowie die Plauener Straße in Richtung Kauschwitz weiter gebaut. "Geplant ist, den Netzausbau in den Stadtgebieten Syratal und Haselbrunnn bis Ende September abzuschließen", teilte Stadtwerke Strom Geschäftsführer Peter Kober mit.
Dies gelte auch für die Stadtgebiete Reißig, Preißelpöhl, Alt-Chrieschwitz, Chrieschwitz und erste Gebiete der Neundorfer Vorstadt, wo derzeit parallel Arbeiten durchgeführt werden. Für Neundorf ist die Inbetriebnahme des Netzes für 2021 geplant.
Ein Jahr später sollen dann auch Meßbach, Reinsdorf, Tauschwitz sowie die Hofer Vorstadt folgen. röss