Braut aus Wernesgrün vor Hochzeit erwürgt

Drei Tage vor ihrer Hochzeit wird die Wernesgrünerin Nadine K. in ihrer Wohnung in Oberfranken erwürgt. Der Mörder wirft am 5. Juni 2013 ihre Leiche in die Aisch, einen Fluss in Emskirchen im Landkreis Neustadt. Ab Dienstag wird der grausame Mord vor dem Landgericht Nürnberg aufgerollt. Des Mordes angeklagt ist der Bräutigam der Vogtländerin - der 40-jährige Oberfranke Roy E.

Wernesgrün/Nürnberg - Insgesamt sieben Prozesstage sind für die furchtbare Beziehungstat vorgesehen. Roy E. wird beschuldigt, heimtückisch einen Menschen getötet zu haben, und ist deshalb des Mordes angeklagt. Ab Dienstag ist in dieser Sache auch der Auerbacher Anwalt Martin Treeck gen Nürnberger Landgericht unterwegs. Er vertritt die Eltern des 32-jährigen Opfers in der Nebenklage. Das Ehepaar, beide Wernesgrüner, haben seit dem Mord an ihrer Tochter Nadine eine besonders schwere Last zu tragen. Trauer und Verlust seien unendlich groß, hinzu komme, dass Nadine K. eine kleine Tochter hinterlässt, die nun bei den Wernesgrüner Großeltern als Halbwaise aufwachse, so der Anwalt.

Anliegen seiner Mandantschaft sei es, dem Täter die besondere Schwere der Schuld nachzuweisen, wurde Nadine K. doch heimtückisch von hinten erdrosselt. Mit bloßen Händen soll ihr Verlobter, der als mutmaßlicher Täter gilt, den Hals der wehrlosen Frau zugedrückt haben. Tatort war das Schlafzimmer des Paares in der gemeinsamen Wohnung im oberfränkischen Emskirchen. Nach bisheriger Kenntnis geschah der Mord nach einem für Roy E. nicht erfolgreichen Liebesspiel mit seiner Braut. Er habe sich unter Druck gesetzt gefühlt, als ihn seine Braut, gekleidet in Dessous, habe verführen wollen.

Außerdem habe ihn seine finanzielle Situation, seine nicht gut laufende Gaststätte und die bevorstehende Hochzeit belastet, so dass er zum Geschlechtsverkehr körperlich nicht fähig gewesen sei, gab der angeklagte Gastwirt sinngemäß der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth zu Protokoll - so heißt es in der Anklageschrift. Sein körperliches Versagen sei der Auslöser dafür gewesen, dass er seine Verlobte erwürgte.

Am 5. Juni vorigen Jahres wurde die Vogtländerin, die in Oberfranken mit ihrem Lebensgefährten die Gastwirtschaft "Zur Einkehr" betrieb, letztmalig gesehen. Der Mord geschah am Abend des 5. Juni 2013 - gleich danach, etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht, muss der Mörder die Leiche seiner Verlobten ins Auto verfrachtet und sie anschließend in die Aisch in Gerhardshofen geworfen haben.

Als ihr Auto nach der Tat in der Nähe der Aisch gefunden wurde, begann eine großangelegte Suchaktion per Rettungsbooten, Hubschrauber und 20-köpfiger Sonderkommission der Polizei. Einige Tage später dann die traurige Gewissheit für die Familie der Wernesgrünerin: Die Rettungskräfte zogen den nackten, toten Körper der jungen Frau aus dem Fluss. Bekleidet war die tote Frau nur mit einem weißen Nylonstrumpf. Nahe des Flusses fand man auch den dazugehörigen Strapsgürtel und die Brautschuhe - die Dessous wollte die Braut zu ihrer Hochzeit unterm Brautkleid tragen.

Nachdem Roy. E. zur Beerdigung seiner Verlobten den untröstlichen Bräutigam zur Schau trug, um seine große Liebe trauerte und Tage zuvor besorgt seine Verlobte suchte, geriet er kurz danach ins Visier der Ermittler. Vordem gab der 40-jährige Gastwirt an, dass Nadine verschwunden sei, als er am Morgen aufwachte. Schließlich gestand Roy E. die Tat, widerrief sie jedoch später.

Stattdessen berichtete der Oberfranke von drei bis vier maskierten Männern, die seine Braut töteten und ihn zwangen, ihre Leiche zu beseitigen. Eine abenteuerliche Geschichte mit den großen Unbekannten. Wie sich die Tat wirklich zugetragen hat, wird der siebentägige Schwurgerichts-Prozess in Nürnberg wohl ans Licht bringen. Am 15. Mai wird voraussichtlich ein Urteil erwartet.