Brandanschlag auf VSTR-Bagger

Beim VSTR Rodewisch und bei Hentschke Bau in Bautzen brennen Dienstagnacht Bagger und Baumaschinen. Die Ermittler vom LKA sehen einen Zusammenhang und vermuten einen Anschlag von Linksextremisten. Beide Firmen bauen an der JVA in Zwickau.

Von Cornelia Henze

Rodewisch/Bautzen Ein Bagger, zwei Lkw-Kipper und ein Kleintransporter brennen eine Stunde nach Mitternacht auf dem Gelände des größten vogtländischen Baubetriebes, des VSTR in Rodewisch, aus. 50 Kameraden der Feuerwehren Rodewisch, Auerbach und Falkenstein werden ursprünglich zu einem Lagerhallenbrand alarmiert, der sich aber so nicht bewahrheitet. "Wir konnten aber verhindern, dass der Brand von den Baumaschinen auf die Werkstatt übergreift", so das Fazit von Einsatzleiter und Rodewischs Wehrleiter Christian Wetzig. Zu retten sind die Baumaschinen nicht mehr. Geschätzt wird der Schaden auf 400.000 Euro.
Zur gleichen Zeit brennt es auf dem Gelände von Hentschke Bau in Bautzen: Ein Bagger und eine Sattelzugmaschine mit Tieflader, auf dem ein Baukran und eine Straßenwalze verladen waren, brennen aus. Die Täter hinterlassen einen Schaden, den die Behörden zwischen 300.000 Euro und eine halbe Million schätzen. "In der Firma herrscht große Beunruhigung unter den Kollegen", konstatiert VSTR-Geschäftsführer Jürgen Rannacher. Der Brandanschlag und die Frage nach dem Warum war am Montag einziges Thema in dem 500-Mann-Baubetrieb.
An Spekulationen wolle er sich nicht beteiligen, so Rannacher. Dennoch habe er so seine Vermutung, die auch mit den Ermittlungen der LKA-Sondereinsatztruppe PTAZ (Polizeiliches Terrorismus und Abwehrzentrum) einhergeht. VSTR und Hentschke Bau bilden beim Bau des neuen Gefängnisses in Zwickau eine Arbeitsgemeinschaft, eine ARGE. "Wir machen Aushub und Fundament, Hentschke ist Spezialist für Betonfertigteile - er baut die Mauer für die JVA", so Jürgen Rannacher.Bereits im August brannte es auf der Baustelle der JVA, die auf dem Gelände des früheren Reichsbahnausbesserungswerkes entsteht. Aus einem damals aufgetauchten Bekennerschreiben soll hervorgegangen sein, dass der Anschlag dem Bau der JVA und der Baufirma Hentschke gegolten haben sollte. Hentschke sei aber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht auf der Baustelle gewesen, der VSTR Rodewisch aber schon wegen vorbereitender Tiefbauarbeiten. Einen Bagger hatte der VSTR im Sommer zu beklagen. Rannacher: "Wir hatten damals einen Schaden von 100.000 Euro."
LKA-Sprecher Tom Bernhard geht von einem Fall innerhalb der "Gentifizierung" aus: Das sind Menschen aus niederen Einkommensschichten, die aus ihren Wohnvierteln verdrängt werden, weil dort teure Eigentumswohnungen entstehen. Sabotageakte wie Brandstiftung sind die Folge.