Brand in Jugendzentrum: Wiederaufbau dauert Monate

Wie geht es weiter nach dem verheerenden Schwelbrand im Plauener Jugendclub "Boxenstop"? Der lange, zähe Prozess des Wiederaufbaus des Clubs sei nicht in Wochen, eher in Monaten zu beziffern, sagt Clubleiter Jens "Illus" Müller. An einen Neuanfang sei nicht vor Jahresende zu denken.

Plauen - Es sind Sommerferien und die Kids aus dem Boxenstopp können nicht in ihren Club. Denn der ist nach dem Schwelbrand Ende Mai - der Brandherd war vermutlich die Espresso- Maschine - nicht nutzbar.

Alle Räume seien kontaminiert und stinken bestialisch. Es gibt keine nutzbare Toilette, keinen Strom, kein Telefon. Auch das Büro der Clubleiter von Jens Müller und Lydia Klose ist nicht mehr zu gebrauchen. So haben sich die Boxenstop-Kids ins externe Ferienvergnügen gestürzt:

Die ersten beiden Wochen ging es in Ferienlager und -freizeiten. Ab dieser Woche "stromern" die Kinder und Jugendliche durch den dazugehörigen Garten am Friesenweg und durchs Vogtland: Ausfahrten an die Talsperren Pöhl und Pirk seien geplant, so Jens "Illus" Müller.

Derweil sind Mitarbeiter der Brandschadensanierer-Firma Kießling aus Auerbach am Werk. In mühevoller, akribischer Arbeit laden sie sämtliches Mobiliar, ja selbst Spiel- und Bastelmaterial, angefangen vom Fußball bis zum Tischkicker zum Abtransport in ihre Fahrzeuge. Dort werden alle Gegenstände vom Ruß befreit: Durch Handarbeit, das Absaugen oder Spülen in speziellen Spül- und Waschmaschinen.

Ein Vorgang, der viele, viele Tage in Anspruch nehmen wird. Sogar Wandverkleidungen aus Holz werde man abmontieren, heißt es von den Mitarbeitern der Firma. Denn dahinter verstecken sich feinporige Rußpartikelchen, für das bloße Auge nicht sichtbar.

Das gelte für alle Möbel, Teppiche, Stromleitungen, Kabelkanäle und mehr - das Haus werde quasi entkernt, erklärt Müller. Das ist aber nur ein Gewerk von vielen. Später werden Fensterbauer, Tischler, Elektriker und andere im Boxenstop gut zu tun haben. Schließlich werden die Wandflächen mit Spezialfarbe versiegelt und das Haus noch ozonisiert.

Erst dann ist ein Neuaufbau möglich. "Es wird auf jeden Fall wieder aufgebaut. Die Versicherungen werden zahlen und die Anteilnahme und Spendenbereitschaft in der Bevölkerung ist groß", sagt Jens Müller froh. Viele Kirchgemeinden (Boxenstop ist eine Einrichtung des Vereins CVJM Joel), Firmen und Privatpersonen haben gespendet.